Nach einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen ist die erste Runde der republikanischen Präsidentschaftsnominierung mit einem extrem knappen Sieg für Mitt Romney ausgegangen. Romney und sein Mitbewerber Rick Santorum erreichten beide 25 Prozent. Romney lag dabei nach Parteiangaben mit 30.015 Stimmen aber knapp vor Santorum, der auf 30.007 Stimmen kam.
Während der einstige Gouverneur von Massachusetts, Romney, eher dem liberalen Parteiflügel zugerechnet wird, gilt der frühere Senator aus Pennsylvania, Santorum, als aktuelle Hoffnung der konservativen Republikaner. Ganz dicht hinter ihnen rangiert der libertäre Kongressabgeordnete Ron Paul aus Texas mit 21 Prozent.
Das Ergebnis der Iowa-Caucuses stellt noch keine Vorentscheidung dar, weil der Midwest-Staat klein und mit dem geringen Anteil ethnischer Minderheiten auch demografisch nicht repräsentativ für die USA ist. Zudem werden während dieses Caucus in den einzelnen Wahldistrikten Delegierte gewählte, die erst später auf Distrikt- und Bundesstaat-Ebene die eigentlichen Wahlmänner für die National Convention der Republikaner, die Ende August in Florida stattfinden wird, bestimmen.
Wichtiger Stimmungstest
Doch da Iowa traditionell den Auftakt der Primaries und Caucuses bildet, vermittelt der zwischen Republikanern und Demokraten umkämpfte Battleground-State einen wichtigen Stimmungstest.
Dass Romney dabei sehr stark abgeschnitten hat, gibt ihm Rückenwind für die nächsten Runden. Bei den Primaries am kommenden Wochenende in New Hampshire liegt er in den Umfragen ohnehin vorn. Santorum, der lange Zeit unter ferner liefen rangierte, hat hingegen andere konservative Bewerber in der Publikumsgunst abgelöst. Interessanterweise hat Santorum von allen Bewerbern den geringsten Betrag für den Wahlkampf in Iowa ausgegeben.
Ron Paul, der auf eine radikale Schuldenreduzierung, eine drastisch reduzierte Regierungsmacht und außenpolitischen Isolationismus setzt, hat als Querdenker der Partei sein Gewicht deutlich erhöht. Bei seiner Kandidatur vor vier Jahren wurde der Texaner wegen seiner Positionen noch verlacht. Inzwischen bestimmt er wichtige Teile der innerparteilichen Debatten.
Enttäuschendes Ergebnis für Newt Gingrich
Newt Gingrich, der einstige Sprecher des Repräsentantenhauses, schnitt nach dieser vorläufigen Hochrechnung mit nur 13 Prozent aus seiner Sicht enttäuschend ab. Noch vor zwei Wochen lag er in Umfragen gleichauf mit Romney.
Der texanische Gouverneur Rick Perry, der vor drei Monaten das Feld anführte, kam nur auf zehn Prozent. Perry hatte von allen Kandidaten die größten Wahlkampfausgaben in Iowa getätigt. Zusammen mit dem Ergebnis von Santorum stellte der Texaner daher die These in Frage, in der amerikanischen Politik bestimme vor allem der Einsatz von Dollar über den Wahlerfolg.
Nach seinem enttäuschenden Abschneiden in Iowa kündigte Perry an, seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner überdenken. Perry sagte vor Unterstützern, dass er in seinen Heimatstaat zurückkehren werde, um das Ergebnis zu bewerten. Er wolle prüfen, „ob es für mich in diesem Rennen einen Pfad nach vorne gibt“.
Ähnlich wie Perry dürfte die Abgeordnete Michele Bachmann aus Minnesota nach ihren enttäuschenden fünf Prozent jetzt über einen Ausstieg aus dem Wahlkampf nachdenken. Jon Huntsman, ehemals Gouverneur von Utah, landete bei einem Prozent, verspricht seinen Anhängern aber immer noch einen überraschenden Erfolg in New Hampshire.
AFP/dapd/dpa/sab/jw





