Barack Obama hat in seiner ersten Rede als 44. Präsident der Vereinigten Staaten die Amerikaner auf einen nationalen Kraftakt eingeschworen. „An diesem Tag kommen wir zusammen, denn wir haben die Hoffnung über die Angst gestellt, das gemeinsame Ziel über Uneinigkeit und Zwietracht“, sagte ein energischer Obama am Dienstag in Washington. Es müsse endlich Schluss sein mit den Missständen und falschen Versprechen, mit gegenseitigen Anschuldigungen, die „unsere Politik viel zu lange stranguliert haben“, sagte Obama.

Die „Nation ist im Krieg gegen ein weitreichendes Netzwerk von Hass und Gewalt“, betonte Obama. Die Wirtschaft sei geschwächt, als Folge von Gier und Verantwortungslosigkeit einiger weniger, „aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, harte Entscheidungen zu treffen und das Land auf ein neues Zeitalter vorzubereiten“.

Obama nannte als deutliche Zeichen der Krise die Probleme auf dem Immobilienmarkt, die wachsende Arbeitslosigkeit sowie die Mängel des Gesundheitswesens. Weniger messbar, aber genauso bedrohlich sei „das schwindende Selbstbewusstsein quer durch unser Land, die nagende Angst, dass Amerikas Niedergang nicht aufzuhalten ist und dass die nächste Generation ihre Erwartungen herunterschrauben muss“. Dies allerdings werde nicht eintreten.

Die wichtigsten Aussagen aus der Rede.

+++ Obama bedankt sich bei George W. Bush für seine Arbeit. Er schwört die Menschen auf die aktuelle Krise ein „Dass wir uns mitten in einer Krise befinden, weiß inzwischen jeder. Unsere Nation ist im Krieg, gegen ein weitreichendes Netzwerk von Hass und Gewalt. Unsere Wirtschaft ist sehr geschwächt, als Konsequenz der Gier und Verantwortungslosigkeit einiger weniger - aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, harte Entscheidungen zu treffen und das Land auf ein neues Zeitalter vorzubereiten.“

+++ „Häuser und Arbeitsplätze gingen verloren, Unternehmen wurden geschlossen. Unsere Gesundheitsversorgung ist zu teuer, unsere Schulen sind nicht gut genug, und jeder Tag bringt den neuen Beweis dafür, dass die Energien, die wir nutzen, unseren Planeten bedrohen. Dies sind die Indikatoren der Krise, die durch Daten und Statistiken belegt sind. Weniger messbar, aber damit genauso stark, ist das schwindende Selbstbewusstsein quer durch unser Land, die nagende Angst, dass Amerikas Niedergang nicht aufzuhalten ist und dass die nächste Generation ihre Erwartungen herunterschrauben muss.“

+++ „Heute sage ich Euch, die Herausforderungen, vor denen wir stehen, (...) sind ernsthaft, und sie sind zahlreich. Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein. Aber wisse, Amerika: Wir werden sie meistern.

+++ Die „Nation ist im Krieg gegen ein weitreichendes Netzwerk von Hass und Gewalt“, betonte Obama. Die Wirtschaft sei geschwächt, als Folge von Gier und Verantwortungslosigkeit einiger weniger, „aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, harte Entscheidungen zu treffen und das Land auf ein neues Zeitalter vorzubereiten“.

+++ "An diesem Tag kommen wir zusammen, denn wir haben die Hoffnung über die Angst gestellt, das gemeinsame Ziel über Uneinigkeit und Zwietracht. An diesem Tag kommen wir zusammen, um Schluss zu machen mit unbedeutenden Missständen und falschen Versprechen, mit gegenseitigen Beschuldigungen und überlebten Dogmen, die unsere Politik viel zu lange stranguliert haben.“

+++ "Alle Menschen sind gleich, alle sind frei und alle haben die gleichen Chancen."

+++ Obama spricht über die Geschichte der USA und über das Gebot der Solidarität. "Wir alle zusammen sind größer als einer alleine."

+++ Obama spricht davon, dass die USA die Krise überwinden wird: "Unsere Arbeiter sind nicht weniger kreativ als vor der Krise"

+++ "Heute müssen wir damit anfangen, die USA neu zu gestalten."

+++ Der Präsident spricht über Klimaschutz und Bildung – und was verbessert werden muss: "All das können wir tun, all das werden wir tun."

+++ Die Frage, die sich heute stelle, sei nicht, „ob die Regierung zu groß oder zu klein ist, sondern ob sie funktioniert – ob sie Familien hilft, Arbeit zu finden mit einem angemessenen Lohn“.

+++ Bilder aus der Menge zeigen Amerikaner, die mit Tränen in den Augen der Rede lauschen

+++ "Die Krise hat uns daran erinnert, dass der Markt ohne ein wachsames Auge aus den Fugen geraden kann."

+++ Auch das Thema Außen- und Sicherheitspolitik wird angesprochen. „Amerika ist ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes, die eine Zukunft in Frieden und Würde anstreben.“ Und er fügte hinzu: „Und wir sind einmal mehr bereit, die Führung zu übernehmen.“

+++ „Unsere Sicherheit entstammt aus der Gerechtigkeit unserer Sache, der Kraft unseres guten Beispiels.“ Zugleich reichte Obama den Muslimen die Hand. „Wir suchen einen Weg in die Zukunft, auf der Basis unserer gemeinsamen Interessen und gegenseitigen Respekts.“

+++ Obama nennt Prinzipien wie Gerechtigkeit und Mitgefühl, nach denen sich seine Außenpolitik richten wird. Aber er kündigt auch an, dass Amerika die Gegner dieser Ideen besiegen wird.

+++ Er wendet sich wieder an andere Regierungschefs: "Eure Wähler werden Euch daran messen, was ihr gebaut habt, nicht daran, was ihr zerstört habt."

+++ "Wir können nicht blind bleiben gegenüber dem Leid, das außerhalb unserer Grenzen ist."

+++ Obama nennt Freundlichkeit, Selbstlosigkeit,Mut, Ehrlichkeit, harte Arbeit, Toleranz, Loyalität, Neugier als entscheidend. Diese Dinge seien alt, aber auch weiterhin wahr, sagte der neue Präsident. Diese Werte seien „die stille Kraft des Fortschritts in unserer gesamten Geschichte“ gewesen.

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