Horst Kasner

Hunderte nehmen Abschied von Merkels Vater

Hunderte Menschen sind im brandenburgischen Templin zu einem Gedenkgottesdienst für Horst Kasner gekommen. Beigesetzt wurde der Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel anschließend aber im engsten Familienkreis.

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Der Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Horst Kasner, ist am Sonnabend im brandenburgischen Templin beigesetzt worden. Die Beisetzung fand nach Angaben des Superintendenten des Kirchenkreises Oberes Havelland, Uwe Simon, im engsten Familienkreis statt. Zuvor hatten nach Angaben Simons in einem Trauergottesdienst in der Maria-Magdalenen-Kirche knapp 400 Menschen Abschied von dem evangelischen Theologen genommen. Kasner war am 2. September im Alter von 85 Jahren verstorben.

Der evangelische Theologe war bis zuletzt als Prediger aktiv. Kasner war lange Jahre Leiter des evangelischen Pastoralkollegs im brandenburgischen Templin. Der gebürtige Berliner gehörte in der DDR zu den kirchlichen Reformern, die sich unter der Formel „Kirche im Sozialismus“ für gesellschaftspolitisches Engagement und einen offenen Umgang mit der atheistisch geprägten Gesellschaft einsetzten.

Kasner gehörte wie sein späterer Bischof Albrecht Schönherr, der am Sonntag 100 Jahre alt geworden wäre, dem „Weißenseer Arbeitskreis“ an und widerstand allen Anwerbeversuchen der DDR-Staatssicherheit. Während der Umbrüche in den Jahren 1989/90 sprach sich der Pfarrer zunächst gegen eine Wiedervereinigung und für eine eigenständige, aber reformierte DDR aus.

Kasner wurde am 6. August 1926 geboren. Er studierte in Heidelberg und Hamburg Theologie. 1954 folgte er dem Ruf der unter Pfarrermangel leidenden Kirchen in der DDR und siedelte mit seiner Familie von Hamburg nach Ostdeutschland über. Dort übernahm er zunächst eine Pfarrstelle im nordbrandenburgischen Quitzow. 1957 wechselte er an den Waldhof bei Templin. Dort baute er das Pastoralkolleg zur Weiterbildung von Theologen auf, das er bis zu seinem Ruhestand 1994 leitete.

Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Kasner unter anderem gegen den in Nordbrandenburg geplanten Luft-Boden-Schießplatz „Bombodrom“ und die in der Uckermark geplante Schweinemastanlage Haßleben. In Alt-Placht gab er maßgebliche Impulse für den Wiederaufbau einer Fachwerkkirche, die heute als „Kirchlein im Grünen“ bekannt ist.