36 Jahre nach Richard Nixons Aussage zum Watergate-Skandal hat ein US-Richter die Veröffentlichung der Aussageprotokolle angeordnet. Das 297 Seiten umfassende Transkript soll der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, sobald die Regierung genug Zeit hatte, um Einspruch einzulegen.
Richter Royce Lamberth schloss sich der Auffassung mehrerer Historiker an, dass 17 Jahre nach Nixons Tod die geschichtliche Bedeutung der Protokolle die Geheimhaltungsinteressen überwiegt.
Nixon wurde im Juni 1975 zehn Monate nach seinem Rücktritt nahe seinem Wohnsitz im US-Staat Kalifornien befragt. Er war der erste ehemalige US-Präsident, der vor einem großen Geschworenengericht aussagen musste.
Debatte könnte sich verändern
Die Transkripte dieser Aussage könnten nach Auffassung der Historiker die Debatte darüber verändern, was Nixon von dem Einbruch in die Wahlkampfzentrale der Demokraten im Watergate Hotel wusste und welche Rolle er bei der Vertuschung der Aktion spielte.
Die „Washington Post“ berichtete am 10. Oktober 1972, dass das Weiße Haus und die republikanische Partei des damaligen Präsidenten Richard Nixon laut Ermittlungen der Bundespolizei FBI in den Lauschangriff auf die Zentrale der Demokratischen Partei in Washington verwickelt waren.
Der Skandal führte zwei Jahre später zum Sturz Nixons. Das beispiellose Polit-Drama wurde 1976 mit Robert Redford und Dustin Hoffman verfilmt unter dem Titel „All the President's Men“ (Die Unbestechlichen).
dapd/sara




