Russland hat die deutliche Kritik unter anderem aus Deutschland am Schuldspruch gegen den früheren Öl-Magnaten und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski scharf zurückgewiesen. Mit den Erklärungen aus Washington und „gewissen Hauptstädten der EU“ werde versucht, Druck auf die russische Justiz auszuüben, erklärte das Außenministerium in Moskau. Dies sei „nicht hinnehmbar“.

Chodorkowski und sein mitangeklagter Geschäftspartner Platon Lebedjew waren am Montag von einem Moskauer Gericht wegen Diebstahls von Millionen Tonnen Öl sowie Geldwäsche schuldig gesprochen worden. In einem ersten Prozess waren beide bereits wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß im zweiten Prozess sollte in diesen Tagen bekannt gegeben werden.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte erklärt, der Schuldspruch bedeute einen „Rückschritt auf dem Weg zur Modernisierung des Landes“, die Umstände des Verfahrens seien „äußerst bedenklich“. Das Weiße Haus in Washington erklärte, die russische Justiz übe eine „offenbar selektive Anwendung des Rechts“ aus. Dies untergrabe „den Ruf Russlands als Land, das sich der Vertiefung des Rechtsstaates verpflichtet“.

AFP/cn