Der Umfang der jüngsten russischen Rüstungsgeschäfte mit Venezuela könnte nach Angaben von Ministerpräsident Wladimir Putin fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) übersteigen. Moskau werde Venezuela einen Kredit in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar für Waffenkäufe einräumen, sagte der russische Regierungschef bei einem Treffen mit Vertretern der Rüstungsindustrie in Moskau. Insgesamt dürften 13 russische Waffenproduzenten mit Aufträgen aus dem südamerikanischen Land rechnen.

Putin war in der vergangenen Woche nach Caracas gereist, wo er vom linkspopulistischen Staatschef Hugo Chávez empfangen wurde. Seit 2005 lieferte Russland bereits Waffen im Wert von rund 4,4 Milliarden Dollar an Venezuela. Im Jahr 2008 veranstalteten die Marine-Streitkräfte beider Länder in der Karibik ein gemeinsames Manöver.

Die wachsende militärische Zusammenarbeit von Russland und Venezuela wird von den USA kritisch beäugt und als eine Einmischung Moskaus in die traditionelle Einflusssphäre Washingtons betrachtet. Allein seit 2005 hat Chavez rund vier Milliarden Dollar für russische Kampfjets, Hubschrauber und Maschinengewehre ausgegeben. Chavez ist ein lautstarker Kritiker der US-Militärpräsenz im Nachbarland Kolumbien. Trotz der Spannungen ist Venezuela einer wichtigsten Öl-Lieferanten der USA.

Russland ist nach der USA der weltgrößte Waffenlieferant. Im vergangenen Jahr exportierte die russische Rüstungsindustrie Waren im Wert von 7,4 Milliarden Dollar. Zu den Abnehmern zählen Indien, China, Algerien und Malaysia. In den vergangenen Jahren gingen vermehrt Aufträge aus Syrien und Venezuela ein.

Reuters/AFP/fas