Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange ist nach Angaben seines Anwalts zu einem Treffen mit der britischen Polizei bereit. Mark Stephens sagte dem britischen Rundfunksender BBC, er befinde sich in Kontakt mit der britischen Polizei zur Vorbereitung eines freiwilligen Treffens mit Assange in „absehbarer Zukunft“.
Bei dem Gespräch solle Assange, der in Großbritannien vermutet wird, lediglich befragt werden, sagte Stephens. Die schwedische Justiz fahndet wegen Vergewaltigungsvorwürfen nach dem 39-jährigen Australier, der in Großbritannien vermutet wird. Der Internet-Aktivist bestreitet die Vorwürfe.
Die Zeitung „The Guardian“ berichtete, Assange wolle mit der britischen Justiz über eine Freilassung gegen Kaution verhandeln. Die Kaution könnte demnach zwischen 100.000 und 200.000 Pfund (120.000 bis 236.000 Euro) betragen. Assanges Anwalt Stephens wollte den Bericht nicht bestätigen. „Ich habe bisher keine Vereinbarung mit der Polizei getroffen“, sagte er.
Wie Stephens sagte, erhielt er „spät am Tag einen Anruf der Polizei, dass sie einen Auslieferungsantrag von Schweden erhalten hat“. Nach Angaben der BBC erhielt Scotland Yard am Montag den überarbeiteten Haftbefehl der schwedischen Justiz. Wegen eines unvollständigen Haftbefehls hatten die britischen Behörden Assange bisher nicht festnehmen können. Am Freitag stellte die Stockholmer Staatsanwaltschaft einen neuen Haftbefehl aus, mit dem der untergetauchte Assange bereits in Kürze festgenommen werden könnte.
Stephens hatte am Sonntag erklärt, er werde jeden Versuch zur Auslieferung Assanges bekämpfen. Der Anwalt fürchtet, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte, die wegen der Veröffentlichung vertraulicher US-Depeschen gegen Wikileaks und Assange ermitteln.
Für Wikileaks werden die Probleme bei Finanztransaktionen größer. Nach dem Online-Bezahldienst Paypal sperrte auch das Kreditkartenunternehmen Mastercard Zahlungen an Wikileaks. Die Nachrichten-Website CNET berichtete, Zahlungen an Wikileaks über Mastercard seien nicht mehr möglich. Grund sei die Regel, wonach Kunden gesperrt würden, die „illegale Handlungen direkt oder indirekt unterstützen oder erleichtern“, sagte ein Sprecher der Kreditkartenfirma demnach.
Zuvor hatte bereits das Internet-Bezahlsystem Paypal Zahlungen an Wikileaks gesperrt. Die Enthüllungsplattform, die ihre Sympathisanten in den vergangenen Tagen um Spenden gebeten hat, kann nun noch über Visa, Banküberweisungen oder auf dem altmodischen Postweg Geld erhalten. Am Montag hatte die Schweizer Bank Postfinance die Schließung von Assanges Konto bekanntgegeben. Als Grund nannte die Bank falsche Adressangaben. Dieses Konto war auf der Wikileaks-Website für Spenden aufgeführt.
Ungeachtet des zunehmenden Drucks setzte Wikileaks auch am Dienstag die Veröffentlichung von US-Depeschen fort. Die Plattform hatte am 28. November mit der Veröffentlichung von mehr als 250.000 US-Depeschen begonnen, in denen Diplomaten dem Außenministerium in Washington etwa Einschätzungen über ihre Gastländer mitteilten oder über geheime Verhandlungen berichteten.
AFP/lw/cn







