Eine US-Anklagejury hat einem Fernsehsender zufolge eine Untersuchung wegen der Tötung von 17 Irakern durch die

Sicherheitsfirma Blackwater begonnen. Das Bundesschwurgericht in Washington habe mehrere Wachleute des Unternehmens vorgeladen, die am 16. September einen Konvoi der US-Botschaft durch Bagdad begleitet hatten, berichtete ABC auf seiner Internetseite.


Demnach räumten fünf Befragte ein, während des Vorfalls geschossen zu haben. Zwölf andere Sicherheitsleute hätten nach eigenen Angaben die Schießerei lediglich gesehen. Sie sollen sich widersprüchlich zu der Frage geäußert haben, ob die Personenschützer vor den tödlichen Schüssen angegriffen worden seien.


Nach Darstellung des US-Unternehmens schossen sie zurecht, weil ihr Konvoi zuvor unter Beschuss geraten war. Die irakische Regierung dagegen wirft ihnen vor, absichtlich Zivilisten getötet zu haben. Die US-Bundespolizei FBI hat die Vorwürfe laut einer Zeitung größtenteils erhärtet.


Das Justizministerium in Washington wollte sich nicht zu dem ABC-Bericht äußern. Eine Blackwater-Sprecherin sagte, sie könne die Informationen nicht bestätigen. Gemäß US-Recht prüft eine Anklagejury, ob ein Verbrechen begangen wurde und ob es genug Beweise für einen Prozess gibt. Blackwater hat im Irak etwa 1000 Wachleute im Einsatz, die die US-Botschaft in Bagdad und deren Diplomaten beschützen.

Frau durch Schüsse aus einem Konvoi verletzt

Derweil ist es im Irak erneut zu einem gewaltsamen Zwischenfall mit Mitarbeitern einer privaten Firma gekommen. Irakische Sicherheitskräfte haben 43 Leute festgenommen, nachdem bei einem Zwischenfall in Bagdad eine Irakerin verletzt worden war. Unter den Festgenommenen seien zwei US-Amerikaner und 31 weitere Ausländer, sagte ein Regierungssprecher. Dies sei ein Signal an alle Sicherheitsfirmen, dass niemand über dem Gesetz stehe, fügte er hinzu.

Zu dem Zwischenfall sei es gekommen, als die ausländischen Arbeiter in Begleitung von Wachleuten einer offiziell registrierten Sicherheitsfirma mit vier Fahrzeugen auf dem Weg zum Flughafen gewesen seien. Aus dem Konvoi heraus sei auf Zivilisten geschossen worden. Dabei sei eine Irakerin verletzt worden.

In dem Konvoi waren den Angaben zufolge 21 Leute aus Sri Lanka, neun aus Nepal und ein Inder unterwegs gewesen. Die Wachleute seien zehn Iraker und zwei Amerikaner gewesen. Wer die Schüsse abgegeben hat, war zunächst unklar.

Das Unternehmen mit Sitz in Dubai hat Verträge mit den US-geführten Streitkräften im Irak über die Lieferung von Lebensmitteln und Wasser und soll im Irak auch ein Justizgebäude bauen

AP/Reuters/sa