Der frühere Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hat die Spionage-Vorwürfe aus den USA als politische „Lachnummer“ bezeichnet. Die Geschichte rufe bei jedem professionellen Geheimdienstler nur Gelächter hervor, sagte Ex-FSB- Chef Nikolai Kowaljow nach Angaben der Agentur Interfax. Dass insgesamt zehn oder elf „Illegalen“, wie Spione in russischer Geheimdienstsprache heißen, zusammengearbeitet haben sollen, sei „absoluter Blödsinn“. „Ein Illegaler kontaktiert immer nur einen anderen Menschen – das ist die goldene Regel eines jeden Geheimdienstes auf der Welt“, sagte Kowaljow.
Die Anschuldigungen aus den USA läsen sich wie ein „billiger Kriminalroman deutlich unter dem Niveau von Agatha Christie“. Es sei auch unverständlich, wieso sich Geheimdienstler mit Geldwäsche beschäftigen sollten. Aus Sicht von Kowaljow, der auch Parlamentsabgeordneter ist, ist die Affäre „ein ernster Schlag gegen die Politik von US-Präsident Barack Obama“.
Der Zeitpunkt der Festnahme sei augenscheinlich nicht zufällig gewählt. Immerhin sollten die mutmaßlichen Agenten seit den 1990er Jahren tätig gewesen sein, wie von den US-Ermittlern behauptet, und hätten seit längerem unter Beobachtung gestanden: „Warum hat man sie nicht früher festgenommen?“. Kowaljow meinte, dass hier politische Kräfte in den USA den Neustart in den Beziehungen mit Russland zerstören wollten. Möglicherweise hätten die US-Ermittler nur eine Gruppe von Betrügern festgenommen, denen nun ein Spionage-Skandal angehängt werden solle.
dpa/jm




