1989

EU-Video zum Mauerfall-Jubiläum erzürnt die Polen

Ein Video, das die EU-Kommission zum Mauerfall 1989 herausgegeben hat, stelle die Rolle Polens bei den Ereignissen nicht korrekt dar, sagt Warschaus Botschafter bei der EU, Jan Tombinski. Er spricht von "groben Fehlern" und "Verkürzungen". Der komplette Film müsse überarbeitet werden.

Der Mauerfall vor 20 Jahren wird nicht nur in Deutschland mit einer Fülle von Veranstaltungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen gefeiert. Auch auf europäischer Ebene wird das historische Ereignis umfassend gewürdigt. Unter anderem hat die EU-Kommission einen Videoclip zu den Ereignissen von 1989 erstellen lassen.

Der allerdings stößt in Polen auf heftige Kritik. Der polnische EU-Botschafter Jan Tombinski sprach in einem Brief an die Kommission von „Auslassungen, Verkürzungen, groben Fehlern und dem unglücklichen Gebrauch von Videomaterial“.

In dem Film „1989 – 2009: 20 Jahre Freiheit“ sollen die Ereignisse nachgezeichnet werden, die zum Fall der Mauer und dem Ende des Kommunismus in Osteuropa geführt haben. Der Clip wurde mehreren EU-Ländern vorab zugeschickt.

Doch Polen, wo die Gewerkschaft Solidarnosc eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Kommunismus spielte, kommt darin nach eigener Ansicht zu kurz. Das Video sei eine „ungerechte Vereinfachung“, so Tombinski.

Er machte in dem Brief Erwartungen folgendermaßen deutlich: „Ich fordere mit Nachdruck, dass die passenden Änderungen vorgenommen werden am gesamten Material, das von der Kommission zum 20. Jahrestag des Endes des Kommunismus vertrieben oder veröffentlicht wird.“

Den Ereignissen, die dem Fall der Mauer vorausgegangen seien, werde zu wenig Bedeutung eingeräumt. Dazu zählte Tombinski die Aufstände in Budapest und Prag sowie die polnische Gewerkschaftsbewegung.

( AFP/cn )