Stuttgart macht Schule: Die CDU im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg will in dem festgefahrenen Streit um ein Atommüll-Endlager in Gorleben jetzt neue Wege gehen. In einer von einer Mitgliederversammlung verabschiedeten Resolution fordert die Kreis-CDU Bundeskanzlerin Angela Merkel und den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (beide CDU) auf, „ein Mediatoren-Verfahren auf den Weg zu bringen, um alle betroffenen Gruppen einzubinden und Lösungen zu erarbeiten, die länger als eine Legislatur tragfähig bleiben“.

Zur Begründung heißt es in der Resolution, die zeitgleich an das Kanzleramt und die Niedersächsische Staatskanzlei gesandt wurde: „Wir sind es leid, jahrzehntelang zu diskutieren, versuchen zu verstehen und anderen zu erklären, vertröstet zu werden, sich verschaukelt zu fühlen, Risse im Familien- und Freundeskreis zu ertragen. Wir können und wollen hier nicht länger auf unabsehbare Zeit die Manövriermasse der jeweiligen politischen Großwetterlage sein!“

Die Resolution wird heute auch Grundlage eines Gesprächs sein, das örtliche Unionsmitglieder heute im Wendland mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) führen wollen. Röttgen besucht heute erstmals nach den Beschlüssen zur Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke und zur Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten für ein Endlager bei Gorleben das Wendland.

Auf seinem Programm stehen unter anderem ein Besuch des Erkundungsbergwerks und ein Treffen mit dem Endlager-Gegner Andreas Graf von Bernstorff, dem weite Teile des Bodens oberhalb des Bergwerks gehören.