Frankreich

Keine Konzerte der First Lady Carla Bruni

Ihre neue Platte liegt ab Juli in den Läden, aber auf der Bühne will Carla Bruni-Sarkozy vorerst nicht mehr stehen. Die französische First Lady kündigte in einem Interview an, sie werde keine Konzerte geben, solange ihr Mann Präsident sei. Aber nebenbei hat die Sängerin noch eine Menge anderer Projekte.

Foto: dpa

Carla Bruni-Sarkozy, Sängerin und Ehefrau des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, hat in ihrer Zeit als First Lady offenbar Großes vor. Sie wolle „irgendetwas Grundsätzliches machen“, das „mit humanitären Aktionen“ zu tun habe, sagte Bruni-Sarkozy in einem am Samstag in der Zeitung „Libération“ veröffentlichten Interview. Die gebürtige Italierin bekannte sich in ihrem zweiten großen Interview seit ihrer Heirat mit Nicolas Sarkozy zur traditionellen Rolle der Première Dame, die Frankreich und die Franzosen repräsentieren müsse: „Ich würde es nicht wagen, Sachen zu machen, die die Leute schockieren und aus der Tradition herausfallen.“

Bruni sprach in dem Interview auch über ihre Doppelrolle als First Lady und Sängerin. Ihre Arbeit als Musikerin ermögliche ihr, die Anforderungen von außen „zu überleben“. Sie werde allerdings erst wieder Konzerte geben, wenn ihr Mann nicht mehr Präsident der Republik sei.


Das Erscheinungsdatum von Brunis neuem Album „Comme si de rien n’était“ („Als ob nichts wäre“) wurde unterdessen um zehn Tage vorverlegt. Die Scheibe solle bereits am 11. Juli in den Handel kommen, erklärte ihre Plattenfirma am Samstag. Die Sängerin, die in den 90er Jahren zu den bestbezahlten Models der Welt gehört hatte, landete mit ihrem ersten Album vor gut sechs Jahren auf Anhieb einen Erfolg. „Quelqu’un m’a dit“ verkaufte sich rund zwei Millionen Mal, davon etwa 800.000 Mal außerhalb Frankreichs. Ihr zweites Album, „No Promises“, von Anfang 2007 blieb mit 380.000 verkauften Stück weit dahinter zurück.

Der Radiosender France Inter zog sich unterdessen die Kritik seiner Mitarbeiter zu, weil er für das Album der First Lady eine Medienpartnerschaft eingegangen ist. Dass der neuen Platte der Präsidentengattin eine größere Beachtung zuteil werden solle als anderen, werde womöglich als Anbiedern gewertet, erklärte die Journalistenvereinigung von France Inter.

Auch die linksgerichtete Zeitung „Libération“ rückt von einem gemeinsamen Projekt mit Bruni kurzfristig wieder ab. Die Idee, Bruni einen Tag als Chefredakteurin einzusetzen, war bei den Mitarbeitern auf Ablehnung gestoßen. Die Chefredaktion der Zeitung sei sich der Gefahr einer „Verwirrung über ihr Erscheinungsbild“ bewusst geworden und habe den Einfall daher fallengelassen, sagte der Vorsitzende der „Libération“-Mitarbeitervereinigung, Christophe Ayad, auf France Inter. Der Sängerin sollten daher am Samstag lediglich vier oder fünf Seiten gewidmet werden. Dabei solle es auch um die Medienstrategie von Präsident Nicolas Sarkozy gehen und wie er seine Frau darin einbeziehe, sagte Ayad.

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