Fernsehen

Stalin ist nur drittwichtigste Person Russlands

Foto: AP

Diktator Josef Stalin wurde bei der Wahl des Staatsfernsehens Rossija nur Dritter. In der Schlussabstimmung musste er sich Großfürst Alexander Newski und dem ehemaligen Premier und Reformator Pjotr Stolypin beugen. In den Vorauswahlrunden hatte Stalin lange vorn gelegen – oft als großer Reformator dargestellt.

Bei der Wahl der wichtigsten Person der russischen Geschichte ist der sowjetische Diktator Josef Stalin nach langer Führung knapp unterlegen. Der Schuldige am Tod vieler Millionen Menschen landete bei der Schlussabstimmung des Staatsfernsehens Rossija auf Platz drei. Sieger des unter Historikern umstrittenen Wettbewerbs wurde Großfürst Alexander Newski, der im 13. Jahrhundert lebte und als Nationalheld und Heiliger verehrt wird. Newski erhielt nur 5504 Stimmen mehr als Stalin. Im Finale der seit Monaten laufenden Medienaktion waren noch zwölf Kandidaten gewesen.

Auf Rang zwei kam Pjotr Stolypin, der sich zu Zarenzeiten als Premierminister und Reformator einen Namen machte.Insgesamt waren in der Endrunde per Telefon oder SMS rund 4,5 Millionen Stimmen abgegeben worden, davon jeweils mehr als eine halbe Million für die drei ersten Plätze. In der Aktion „Historische Wahl 2008“ des Senders Rossija, des Instituts für Geschichte und des Fonds Gesellschaftliche Meinung waren ursprünglich 500 Kandidaten im Rennen gewesen.

Stalin hatte bei den Vorauswahlrunden lange Zeit an erster Stelle gelegen. Menschenrechtler und Historiker beklagten einen unkritischen Umgang mit der Geschichte. So sei der Diktator als großer Reformator und nicht als „Tyrann“ dargestellt worden. In den populären Fernsehshows hatten sich jeweils Persönlichkeiten für Kandidaten ihrer Wahl eingesetzt.

Bei einer ähnlichen Abstimmung im ZDF war 2003 Ex-Kanzler Konrad Adenauer zum „größten Deutschen“ gewählt worden.

( dpa/cl )

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