Die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer werden in Libyen vor Gericht gestellt. Das erklärte der libysche Außenminister Musa Kusa einem Journalisten der britischen „Times“, wie das Schweizer Fernsehen berichtete.
Sie hätten unter anderem libysche Einreise-Bestimmungen verletzt. „Dem libyschen Rechtssystem kann niemand etwas vorschreiben. Es entscheidet frei“, sagte der Minister in dem ausgestrahlten Telefoninterview. Er ließ offen, wann das Verfahren stattfindet.
Unterdessen teilte nach Schweizer Medienberichten ein UN-Sprecher in New York mit, der Antrag des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi an die Vereinten Nationen, die Schweiz aufzulösen, sei schon vor Wochen abgelehnt worden. Am 15. September übernimmt Libyen turnusgemäß für ein Jahr den Vorsitz der UN-Vollversammlung.
Die Schweizer Geschäftsleute werden seit über einem Jahr in Libyen festgehalten. Hintergrund ist die Affäre um Gaddafis Sohn Hannibal, der zusammen mit seiner Frau in Genf verhaftet worden war. Sie sollen Hausangestellte geschlagen haben, was das Ehepaar bestritten hat.
Seitdem gibt es eine schwere diplomatische Krise zwischen beiden Ländern. Der amtierende Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, der eigenmächtig einen Versöhnungsvertrag mit Libyen abgeschlossen hatte, hat sein politisches Schicksal mit der Freilassung der beiden Geschäftsleute verknüpft. Sie sollten nach den Angaben von Merz bereits seit Ende August zurück in der Schweiz sein.
dpa/dcs




