Nach Jahren des wirtschaftlichen Booms bekommen China und andere aufstrebende Volkswirtschaften mehr Macht im Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen (G 20) ist sich über die größte Reform in der Geschichte des IWF einig. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul: "Es gab keinerlei Kritik, sondern nur Zuspruch.“ Nach Angaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble begrüßte die G 20 die IWF-Reform einhellig.

Der IWF ist die wichtigste globale Finanzinstitution – ein Art Feuerwehr. Beispielsweise hilft auch der IWF, Griechenland vor der Staatspleite zu bewahren. Der IWF hat 187 Mitglieder. Die Wirtschaftskraft rund um den Globus verschiebt sich. China hatte vor kurzem Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft hinter den USA abgelöst. Dem trägt die Reform Rechnung. Bisher überrepräsentierte Staaten verlieren an Einfluss im IWF. Auch Deutschland, die viertgrößte Wirtschaftsmacht, gibt geringfügig Quotenanteile ab. Es wird als drittgrößter Anteilseigner von China abgelöst.

Der Durchbruch für die Reform war beim Treffen der G-20-Finanzminister und -Notenbankchefs Ende Oktober gelungen. Konkret werden 6,4 Prozent der Anteile überwiegend an Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien umverteilt. Die Anteilsquoten bestimmen das Stimmgewicht einzelner Länder und ihren Kapitalbeitrag.

Auch für die Banken rund um den Globus ändert sich einiges. Sie müssen in den nächsten Jahren Milliardenbeträge für eine bessere Risikovorsorge aufbringen. Die führenden Wirtschaftsmächte sind sich über das sogenannte Basel-III-Abkommen einig. Es sieht deutlich strengere Eigenkapitalregeln vor.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Rande des G-20-Gipfels in Seoul, die Basel-III-Regeln seien unstrittig. Der Gipfel werde sie beschließen. "Das ist zwar keine Überraschung, aber ein großer Erfolg." Die schärferen Vorschriften kommen etwas mehr als zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers. Die Pleite im September 2008 brachte das Weltfinanzsystem fast zum Einstürzen. Das Basel-III-Abkommen soll verhindern, dass bei der nächsten Krise Geldinstitute wieder mit Milliarden aus der Steuerkasse gerettet werden müssen.

Noch offen sind zusätzliche Kapitalregeln für die Schwergewichte auf den Finanzmärkten. Also Banken und andere Finanzinstitute, die rund um den Globus im großen Stil Geschäfte machen. Die Regeln sollen 2011 festgezurrt werden.

dpa/mac