Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ihren Widerstand gegen ein Verbot von Gentests an Embryonen bekräftigt. „Ich werde im Bundestag gegen ein Verbot stimmen“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“. „Ich bin für eine Zulassung der Präimplantationsdiagnostik – allerdings in sehr engen Grenzen.“

Es gehe nicht darum, das Kind „nach eigenen Wünschen zu designen“, hielt Schröder den Befürwortern eines Verbots entgegen, zu denen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört. „Dafür ist eine künstliche Befruchtung auch viel zu belastend. Paare, die auf natürliche Weise Kinder bekommen können, werden dieses Verfahren nicht massenweise auf sich nehmen, um Designerbabys zu kreieren.“

Bei den Embryonen, die nach einem Gentest nicht in den Mutterleib eingesetzt werden, kann es sich nach Überzeugung der Familienministerin nur um solche mit sehr schwerwiegenden Erbkrankheiten handeln. Im Übrigen dürfe man nicht zweierlei Maß anlegen, fügte die CDU-Politikerin hinzu. „Auch mit der Spirale oder der Pille danach können befruchtete Eizellen abgetötet werden. Wer die befruchtete Eizelle unter absoluten Schutz stellt, der muss also auch die Spirale und die Pille danach verbieten.“

Schröder warnte davor, eine Krankheitsliste aufstellen. Dies wäre hochproblematisch. „Wir können aber ein Verfahren festlegen und beispielsweise vorschreiben, dass das Paar einen zweiten Arzt hinzuziehen oder eine Ethikkommission die Entscheidung treffen muss.“

dapd/tma