Nach massivem Druck auf die Aufständischen sieht die Internationale Schutztruppe Isaf eine „Trendwende“ in den südafghanischen Taliban-Hochburgen Kandahar und Helmand. „Die Taliban sind zahlenmäßig und in ihrem Einfluss nicht in ganz Afghanistan, aber in bestimmten Bereichen deutlich geschwächt worden“, sagte der Sprecher der Isaf, Bundeswehr-General Josef Blotz, in Kabul.
„In ausgewählten Regionen, in denen Isaf qualitativ und quantitativ auch einen deutlichen Schwerpunkt gesetzt hat, gibt es in der Tat eine Trendwende“, sagte der General vor dem Nato-Gipfel in Lissabon, der am 19. November beginnt. „Und das ist in Helmand und Kandahar.“ Landesweit gebe es dank deutlich verstärkter Ressourcen sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich „Fortschritte und Indikatoren für kleinere lokale Erfolge“.
Bei Anschlägen und Gefechten wurden unterdessen mindestens sechs ausländische Soldaten, fünf Polizisten und fünf Zivilisten getötet. Nach Militärangaben starben auch mehrere Aufständische.
Die Isaf teilte mit, bei Taliban-Angriffen im Süden und Osten des Landes seien am Samstag und Sonntag insgesamt vier Soldaten getötet worden. Zur Nationalität der Opfer machte die Isaf wie üblich keine Angaben. Ein afghanischer Soldat erschoss nach Angaben des Verteidigungsministeriums „versehentlich“ zwei US-Soldaten. Das Ministerium in Kabul teilte am Samstag mit, zu dem Beschuss sei es in der Nacht zuvor in der Nähe eines Armeelagers im Distrikt Sangin in der südafghanischen Unruheprovinz Helmand gekommen.
Knapp eine Woche nach einem Taliban-Angriff in der südostafghanischen Provinz Ghasni wurden fünf Leichen von verschleppten Polizisten gefunden. Ein Sprecher der Regierung der Nachbarprovinz Wardak sagte am Sonntag, die Toten seien dort in der Nacht zuvor entdeckt worden. Nach dem Angriff am vergangenen Montag waren 15 Polizisten vermisst worden, darunter der Polizeichef des Distrikts Chogjani. Vier Leichen waren am Donnerstag entdeckt worden. Ein vermisster Polizist kehrte ebenfalls am Donnerstag unter ungeklärten Umständen zurück. Fünf weitere werden noch vermisst.
Bei einem Anschlag in der südafghanischen Provinz Helmand wurden am Sonntag fünf Zivilisten getötet. Sechs weitere Zivilisten seien verletzt worden, als ihr Fahrzeug nahe der Provinzhauptstadt Laschkar Gah in eine Sprengfalle geraten sei, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Er machte „Feinde Afghanistans“ verantwortlich. Damit umschreiben Behörden Aufständische wie die Taliban.
Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte mit, im Süden, Südosten und Osten seien mehrere Aufständische gefangen genommen worden. In der ostafghanischen Provinz Kunar seien mehrere Aufständische getötet worden.
dpa/ks





