In der Diskussion um abschreckende Bilder auf Zigarettenschachteln hat sich auch die Deutsche Krebshilfe für Schockfotos
von Krebs-Tumoren ausgesprochen. Krebshilfe-Präsidentin Dagmar Schipanski sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte."
Da 60 Prozent der Raucher Studien zufolge bereit seien, das Rauchen aufzugeben, könne ein abschreckendes Bild möglicherweise den letzten Anstoß geben, sagte Schipanski. Allerdings müsse es ein umfangreiches Hilfsangebot für aufhörwillige Raucher geben.
Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge fordern deutsche Politiker, Bilder von Tumoren oder sterbenden Babys zur Abschreckung auf Zigarettenschachteln zu drucken. In Kanada, Indien, Australien und Singapur gebe es solche Fotos bereits. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), sagte der „BamS“: „Wir prüfen die Einführung derartiger Bilder, wenn wissenschaftlich nachgewiesen werden kann, dass diese Strategie erfolgreich ist.“ Erste Ergebnisse einer Studie seien im Herbst zu erwarten.
Gesundheitspolitiker der Union lehnten den Vorstoß mit der Begründung ab, schon jetzt zeigten die Warnhinweise keinerlei Wirkung. CDU-Gesundheitspolitiker Willi Zylajew sprach bei "Spiegel Online" von einer "Kompanie der Gängeler, die den Menschen bis in den letzten Winkel ihrer persönlichen Freiheit eingreifen wollen". Er glaube nicht, dass Schockfotos Wirkung zeigen könnten.
Auch der CDU-Politiker Wolf Bauer, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe Gesundheit in der Unions-Bundestagsfraktion, äußerte sich skeptisch. "Schon die jetzigen Warnhinweise werden doch von Rauchern nicht wirklich beachtet", sagte er "Spiegel Online". Schlimmere Warnungen in Form von Fotos dürften auch keinen größeren Erfolg haben.
AFP/hq



