Fischerboot-Besatzung

Südkorea wird verirrte Nordkoreaner nicht mehr los

Vier Mitglieder der Crew eines verirrten Fischerboots aus Nordkorea wollen im Süden bleiben. Doch Pjöngjang will alle 31 Bürger zurück – oder keinen.

Südkorea ist mit dem Versuch gescheitert, 27 verirrte Nordkoreaner in ihre Heimat zurückzubringen. Bereits Anfang Februar hatte ein Fischerboot mit 20 Männern und elf Frauen an Bord wegen dichten Nebels offenbar versehentlich schwer bewachte innerkoreanische Seegrenze im Gelben Meer passiert, vier der Nordkoreaner wollten anschließend jedoch im Süden bleiben.

Nach Angaben des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung wurden die restlichen 27 Nordkoreaner am Morgen in das Grenzdorf Panmunjom gebracht, wo sie abgeholt werden sollten. Es sei jedoch kein nordkoreanischer Vertreter anwesend gewesen und Pjöngjang habe darauf gedrungen, alle 31 Bürger zurückzubekommen.

Wer bleiben will, darf das

„Wir können nicht ewig warten“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Wenn der Norden nicht reagiert, werden wir eine Entscheidung treffen.“ Unter den Abtrünnigen ist auch der Kapitän des Fischerboots, der Strafen fürchtet, sollte er nach Nordkorea zurückkehren. Südkoreanische Sicherheitsvertreter hatten den Nordkoreanern in der Zwischenzeit Seoul gezeigt und sie über das Leben im Süden informiert. Der Süden bringt Nordkoreaner, die versehentlich die Grenze passieren, generell zurück in den Norden. Wer bleiben will, darf das aber.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Menschen deutlich gestiegen, die aus Nordkorea aus wirtschaftlicher Not nach Südkorea flüchten. Nur wenigen fluchtwilligen Nordkoreanern gelingt die Flucht über das Meer oder über die innerkoreanische Landesgrenze. Die meisten flüchten über die Grenze nach China, wo ein Großteil von ihnen auf eine Reisemöglichkeit nach Südkorea wartet.

( AFP/ks )