Plagiatsvorwürfe

Guttenberg gibt im Bundestag Überforderung zu

| Lesedauer: 5 Minuten

Es ist der vielleicht entscheidende Moment in der Plagiatsaffäre. Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) stellt sich den Fragen der Abgeordneten.

+++ Guttenberg spricht über seine Quellen +++

Guttenberg sagt, er habe vier Gutachten als Primärquelle genutzt. Er erklärt, er habe auch auf eine Übersetzungsleistung des Bundestages zurück gegriffen. Erneut weist er darauf hin, dass alle Arbeiten Mandatsbezogen waren.

+++Guttenberg auf Hasselmanns Frage +++

"Ich habe einige Überprüfungen vorgenommen. Davon sind einige Vorwürfe hochrelevant. Es gibt aber auch eine nicht unerhebliche Zahl von Vorwürfen, die ich als außerordentlich fragwürdig bezeichne."

+++ Frage von Britta Hasselmann (Grüne) +++

Hasselmann fragt, ob man noch mit weiteren Veröffentlichungen rechnen könne und was von seinem Ehrenwort zu halten sei?

+++ Guttenberg auf Hendricks' Antwort+++

Er wolle auch in Zukunft Wert darauf legen, dass diese Grundsätze eingehalten werden. "Ich gehe davon aus, dass der Umgang mit meiner Arbeit auch Beispielgebend sein kann für andere"

+++ Frage von Barbara Hendricks (SPD) +++

Hendricks fragt nach den ethischen Grundsätzen an Bundeswehrhochschulen.

+++ Glaubwürdigkeit der Politik +++

Frau Enkelmann fragt, ob er sich vorstellen könne, dass der Umgang mit der Öffentlichkeit der Glaubwürdigkeit der Politik insgesamt schade. Guttenberg sagt, es hätte der Glaubwürdigkeit der Politik geschadet, wenn er sich nicht zu seinen Fehlern bekannt hätte.

+++ Guttenberg auf Oppermanns Frage +++

"Ich habe diese Doktorarbeit persönlich geschrieben."

+++ Frage von Thomas Oppermann +++

"Können Sie ausschließen, dass andere Personen an der Erstellung der Doktorarbeit mitgewirkt haben?"

+++ Guttenberg auf Sagers Nachfrage +++

"Ich glaube, dass man das richtige Signal sendet, wenn man selber Fehler erkannt hat und man die Konsequenz zieht."

+++ Nachfrage von Sager +++

"Was glauben Sie, wie Ihr Verhalten ankommt bei den Menschen, die momentan an ihrer Promotion arbeiten?"

Sie weist darauf hin, dass viele Doktorarbeiten aus Geldmangel oder Überbelastung nicht beendet werden könnten.

+++ Guttenberg auf Saugers Frage +++

"Gerade nicht. Würde ich sie für dumm verkaufen, hätte ich nicht die Konsequenzen gezogen. Ich habe die Fehler unbewusst und ohne Täuschungsabsicht gemacht."

+++ Kritik und Frage von Krista Sager (Grüne) +++

"Sie können uns nicht mehr erzählen, dass sie nicht mehr gewusst haben, was sie tun. Wenn Sie schon glauben, dass sie die Menschen in diesem Lande für dumm verkaufen können, glauben sie auch, dass sie Menschen, die sich im wissenschaftlichen Bereich auskennen für dumm verkaufen können?"

+++ Frage zur Vorbildsfunktion +++

"Sind Sie der Auffassung dass sie ihrer Vorstellung von Führung durch Vorbild noch gerecht werden?"

Guttenbergs Antwort: Vorbild sein müsse man sich jeden Tag wieder erarbeiten. "Ich bin ein Mensch mit Fehlern und Schwächen."

+++ Gelegenheit zu Nachfragen wird gegeben +++

+++ Guttenberg nennt Fehler +++

In der Fußnotenarbeit seien ihm an zwei Stellen Fehler unterlaufen. Guttenberg nennt im Detail die Seitenzahlen und Fußnotennummern. Er bittet um Nachsicht dafür, dass er heute nicht mehr alle Fragen zweifelsfrei klären könne.

Guttenberg nennt seine Überbelastung mit Amt und Familie als Ursache für die Fehler: "Ich war sicher so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt. (...) Für mich stellte das offenbar eine Überlastung dar. ich muss heute mit Bedauern feststellen, dass mir das nicht gelungen ist. Und dazu stehe ich auch."

+++ Guttenberg auf Becks Frage +++

Guttenberg erklärt, dass er die Arbeiten des Bundestages als Quellen genannt habe. "Hätte ich die Inanspruchnahme der Dienste verschleiern wollen, hätte ich die Quellenangaben nicht gemacht." Alle Ausarbeitungen des Bundestages hätten ihm bereits vor seiner Abgeordnetentätigkeit vorgelegen. Guttenberg sagt, der "Mandatsbezug" sei ganz klar gegeben gewesen

+++ Frage von Volker Beck +++

"Welche Dienste des Bundestages haben Sie für Ihre Doktorarbeit in Anspruch genommen?"

+++ Guttenberg auf Trittins Frage +++

"Ich bitte um Verständnis das der Inhalt eines Vier-Augen-Gesprächs nicht öffentlich wird. Ich konnte mich am Wochenende erstmalig mit der Arbeit beschäftigen - im Hinblick auf die Vorwürfe. Ich habe über das Wochenende feststellen dürfen, dass die Fehler so gravierend sind, dass ich die Uni am Montag gebeten habe, den Titel zurückzunehmen.

+++ Frage von Jürgen Trittin +++

"Was haben Sie eigentlich am vergangenen Donnerstag der Bundeskanzlerin angekündigt? Haben Sie angekündigt, dass sie vorübergehend verzichten wollen oder dass sie am Montag dann endgültig darauf verzichten wollen?"

++++ Guttenberg rechtfertigt sich +++

"Es ist ein schlechtes Signal, was ich hier gesendet habe- Weshalb ich die Universität gebeten habe den Titel zurück zu nahmen. ich habe von herzen um Entschuldigung gebeten. das ist das Signal was man geben kann wenn man einen Fehler gemacht hat."

Eine Woche nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg muss der Verteidigungsminister dem Bundestag Rede und Antwort stehen. Guttenberg bittet in der Fragstunde erneut um Entschuldigung für Fehler beim Verfassen seiner Doktorarbeit: „Dazu stehe ich“. Einen Rücktritt von seinem Amt schließt er aber aus. Er könne weiterhin ein Vorbild sein, so Guttenberg – nämlich als jemand, der seine Fehler zugebe. Er versicherte erneut, dass er die Arbeit selbst verfasst habe.

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