Doktortitel-Rückgabe

SPD attestiert Guttenberg "Realitätsverlust"

SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann hält den Verteidigungsminister für "irreparabel beschädigt". Guttenberg leide unter "Realitätsverlust".

Die SPD hält Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach dessen Doktortitel-Rückzug für irreparabel beschädigt. „Der Verteidigungsminister leidet unter einem Realitätsverlust, der kurz vor dem Rücktritt kommt“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, „Spiegel Online“. Oppermann warf dem Minister ein katastrophales Krisenmanagement vor. Nach einer „aggressiven Vorwärtsverteidigung“ habe sich Guttenberg zu einer „panikartigen Flucht“ entschieden. „Bauernopfer“ sei dabei der Doktortitel.

Dagegen lobte der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) die Entscheidung des Verteidigungsministers. „Ich finde, dass Karl-Theodor zu Guttenberg die Sache in geeigneter Weise gelöst hat“, sagte Mappus dem „Hamburger Abendblatt“. Die Entscheidung, auf den Titel zu verzichten, sei „aller Ehren wert“. Zugleich kündigte Mappus an, Guttenberg eine wichtige Rolle im baden-württembergischen Wahlkampf einzuräumen. „Wir haben eine Reihe von Auftritten mit Karl-Theodor zu Guttenberg geplant“, sagte er. Mappus äußerte sich überzeugt, dass die Doktorarbeit im Wahlkampf „keine entscheidende Rolle spielen“ werde.

Nach immer lauter werdenden Plagiatsvorwürfen hatte Guttenberg bei einer CDU-Veranstaltung angekündigt, auf seinen Doktortitel dauerhaft verzichten zu wollen. Er räumte „gravierende Fehler“ in seiner Dissertation ein und bat die Universität Bayreuth darum, den Titel zurückzunehmen.

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