Durch den Suez-Kanal

Iranische Kriegsschiffe steuern Richtung Mittelmeer

Erstmals seit 32 Jahren sind Schiffe der iranischen Marine in den Suez-Kanal gefahren mit Kurs auf Syrien. Israel zeigt sich "äußerst besorgt".

Zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren sind am Morgen zwei iranische Kriegsschiffe in den Suez-Kanal eingefahren. Die Schiffe seien auf dem Weg ins Mittelmeer um 5.45 Uhr (Ortszeit; 4.45 Uhr MEZ) eingefahren, sagte ein Mitarbeiter der Suez-Kanal-Behörde. Es ist das erste Mal seit der islamischen Revolution im Iran 1979, dass Kriegsschiffe des Landes den Kanal passieren, der durch Ägypten hindurch das Roten Meer mit dem Mittelmeer verbindet.

Die Schiffe sollen Berichten zufolge nach Syrien fahren. Nach Angaben der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars handelt es sich bei den beiden Schiffen um ein Versorgungsschiff und eine Fregatte. Die Durchfahrt durch den Suez-Kanal dauert in der Regel zwischen zwölf und 14 Stunden.

Bereits vor knapp einer Woche hatte Israels Außenminister Avigdor Lieberman auf die anstehende Durchfahrt der iranischen Kriegsschiffe aufmerksam gemacht und dies als „Provokation“ verurteilt. Aus Ägypten gab es aber widersprüchliche Aussagen zu einer möglichen Durchfahrt der Schiffe: Zuerst hieß es, dass kein Antrag auf Durchfahrt vorliege. Später erklärten die ägyptischen Behörden, eine Erlaubnis sei zunächst erteilt und dann annulliert worden.