Afghanistan-Besuch

Soldaten enttäuscht von Westerwelles "Rumeierei"

Deutlich kritisiert der Bundeswehrverband den Auftritt des Außenministers am Hindukusch: Man wünsche sich Klartext statt Spitzfindigkeiten.

Der Bundeswehrverband kritisiert den Auftritt von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) in Afghanistan. Der Besuch Westerwelles habe die Soldaten zwar sehr gefreut, sagte Bundeswehrverbandschef Ulrich Kirsch der „Passauer Neuen Presse“. „Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass er die Dinge beim Namen nennt und gesagt hätte, dass die Soldaten dort im Kriegszustand sind. Wir brauchen Klartext“, sagte Kirsch. „Völkerrechtliche Spitzfindigkeiten und Rumeierei helfen uns nicht weiter.“

Kritik äußerte Kirsch auch an der Umsetzung der Bundeswehrreform. „Das einzige, was bisher bei der Bundeswehrreform funktioniert hat, war die Fortsetzung der Halbierung des Weihnachtsgeldes“, urteilte er. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) müsse „endlich liefern“. Die Verunsicherung in der Truppe sei sehr groß. „Wir erwarten so schnell wie möglich Klarheit über die Finanzierung, die Struktur der Streitkräfte und die Zukunft der Standorte“, sagte Kirsch.

( dapd/cc )