Afghanistan-Einsatz

Bei der Bundeswehr wurde wieder Feldpost geöffnet

Briefe wurden vertauscht, statt Parfüm kam Duschbad an: Die Bundeswehr schließt nicht aus, dass Maschinen die Briefe beschädigt haben könnten.

Foto: dpa

Bei der Bundeswehr gibt es neue Fälle von illegal geöffneter Feldpost. Das bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage von „Bild am Sonntag“. „Überprüfungen der Feldpost, die von Deutschland ins Einsatzgebiet geschickt wurde, haben ergeben, dass Briefe geöffnet wurden. Drei wurden mit Klebestreifen wieder geschlossen, einer vom Zoll geöffnet und aus einem Brief eine Uhr entwendet.“

Ein interner Bundeswehrbericht über bereits im Januar bekannt gewordene Fälle geöffneter Briefe enthalte jetzt erstmals Details der mysteriösen Brieföffnungen: Ein Hauptfeldwebel habe Ende November ein Päckchen mit Parfüm von Afghanistan nach Deutschland geschickt. Statt des Duftwässerchens kam eine Flasche mit Duschbad an. Im Fall eines Unteroffiziers, der zwei Zigarettenpackungen der Marke Lucky Strike nach Hause gesendet hatte, enthielt das Päckchen bei Zustellungen Zigaretten der Marke West und den Brief eines anderen Soldaten.

Laut dem Papier schließt die Bundeswehr nicht aus, dass die Beschädigungen von Postsendungen durch die Bearbeitung einer mechanischen Sortiermaschine in Deutschland stammen können. „Trifft die schnellrotierende Rolle der Maschine auf Gegenstände wie USB-Sticks oder Zigarettenpackungen, ist es möglich, dass die Gegenstände herausgepresst werden“, heißt es darin.

Bei der Post widerspricht man dieser Theorie. Ein Sprecher sagte der Zeitung: „Diese Vermutung entspricht nicht der gängigen Praxis. Briefsendungen mit Inhalten wie USB-Sticks oder Zigarettenschachteln werden von unseren Mitarbeitern aussortiert, bevor die Briefe in die Sortiermaschine kommen.“

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