Das Online-Spiel „World of Warcraft“ („Welt der Kriegskunst“, Abkürzung: WoW) fesselt seit rund drei Jahren Menschen in der ganzen Welt. Am ersten Tag des Starts in Europa wurden fast 300.000 Exemplare verkauft. Ein Großteil der Mitspieler ist männlich und zwei Drittel der Online-Spieler sitzen fast täglich am Monitor. Was macht die Faszination von WoW aus?

Da ist zunächst die Möglichkeit, in eine andere Welt zu flüchten. WoW spielt im so genannten „Azeroth“, das in zwei Kontinente unterteilt ist: „Kalimdor“ und die „Östlichen Königreiche“. Diese Welt ist zudem scheinbar unendlich: weit verzweigte Höhlen, Sümpfe, Wüsten und Wälder – in seiner Vielfalt erinnert dies an „Mittelerde“ aus dem „Herr der Ringe“ des Autors J.R.R. Tolkien. WoW bietet die Möglichkeit, selbst in diese Welt einzutauchen.


Doch nicht nur das: Nutzer können auch selbst ihren Charakter herstellen und seinen Lebenslauf bestimmen. Ist er Schmied oder Schneider, aggressiv wie ein Krieger oder besitzt er magische Kräfte? All das legt jeder Spieler für sich fest und kann später im Spiel Gegenstände und Erfahrungspunkte hinzusammeln. Das Suchtpotenzial steigt in dem Maße, wie die „Charakterpunkte“ der Spielfigur. Damit einhergehend wächst auch der virtuelle Freundeskreis des Wesens: Tausende andere „Hexenmeister“, „Elfen“ und „Zwerge“ sind schließlich zeitgleich in der Parallelwelt unterwegs auf der Suche nach Gleichgesinnten. Denn einige Aufgaben – im Spiel „Quests“ genannt – können nur mit vereinter Zauber- und Kampfkraft erledigt werden.

Und die Mühe wird nicht nur mit Punkten belohnt, sondern auch mit größerer Mobilität: Gereist wird mit Flugtieren, Booten und sogar einer Untergrundbahn.

Teuer ist der Spielspaß auch nicht mehr. Die Grundversion von WoW ist häufig schon für wenige Euro zu haben. Zusätzlich zu den Internet- und Stromgebühren zahlt der passionierte „Paladin“ lediglich die Grundgebühr zwischen rund 11 bis 13 Euro. Selbst mit Hartz IV lässt sich also ein abwechslungsreiches und buntes Online-Leben gut finanzieren.

dw