Kurz vor der US-Präsidentenwahl wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain greift seinen demokratischen Rivalen Barack Obama in einem am Freitag vorgestellten Fernsehrwerbespot erstmals direkt an und wirft ihm mangelnde Sachkenntnis und Opportunismus vor. Der 30 Sekunden lange Werbefilm soll im landesweiten Kabelfernsehen und in elf besonders umkämpften Staaten im Fernsehen zu sehen sein.


Der Sprecher des Negativ-Spots wirft Obama vor, sich im Senat nie um Afghanistan gekümmert zu haben, seit Jahren nicht im Irak gewesen zu sein und auch die Finanzierung der beiden Kriege nicht unterstützt zu haben. Diese Haltung habe Obama geholfen, sich die Nominierung seiner Partei zu sichern, aber jetzt ändere er seine Positionen, „um Präsident zu werden“, sagt der Sprecher. Es ist McCains bislang schärfster Angriff auf seinen Senatskollegen. Zuvor gab es nur einen kritischen Spot der republikanischen Partei.

Obama war zuletzt 2006 im Irak, McCain war in diesem Jahr dort. Beobachter gehen davon aus, dass Obama noch vor der Wahl am 4. November die US-Truppen im Irak besuchen wird. Obama war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem er seine Forderung nach einem kompletten Truppenrückzug aus dem Irak innerhalb von 16 Monaten verwässert hatte.


AP/ras