Das Rennen um die Topjobs in Brüssel geht in die heiße Phase. Nach Morgenpost-Online-Informationen will der ehemalige belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt neuer EU-Präsident werden. Der Vorsitzende der Liberalen im Europäischen Parlament wird in den kommenden Wochen intensiv um die Unterstützung der 27 Regierungschefs werben. EU-Parlamentarier Alexander Graf Lambsdorff (FDP) sagte: „Wichtig ist, dass sich die die großen Parteifamilien, also Konservative, Sozialdemokraten und Liberale, in den europäischen Führungsämtern angemessen vertreten sehen.“

Brüssel wird nach Inkrafttreten des Reformvertrages von Lissabon, der die Union handlungsfähiger und demokratischer machen soll, zwei neue Top-Jobs schaffen: Neben dem EU-Außenminister auch das Amt eines ständigen EU-Präsidenten. Der neue „Mister Europa“ soll für mindestens zweieinhalb Jahre den Vorsitz über die 27 europäischen Regierungschefs führen. Diese werden möglicherweise schon bei ihrem Treffen Ende Oktober über die neuen Jobs entscheiden.

Die Regierung in London will den umstrittenen britischen Ex-Premier Tony Blair als Präsidenten durchsetzen – doch dessen Chancen schwinden. Im Gespräch sind auch der niederländische Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende und die finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt dagegen auf einen alten Weggefährten: Österreichs ehemaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.