Eine Militärübung in Zentralchina, deren Detonationen die Erde zittern ließen, hat weit verbreitete Angst vor einem großen Erdbeben ausgelöst. Rund 100.000 Menschen um die Stadt Hengyang und in den Nachbarorten Zhuzhou und Chenzhou seien auf die Straßen geflüchtet, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag.

Die Nachricht von dem angeblich bevorstehenden Erdbeben habe sich in Windeseile über Handys und Internet verbreitet. Tausende verängstigter Menschen hätten im Freien übernachtet, obwohl die Behörden immer wieder versicherten, dass keine Erdbebengefahr bestehe.


„Ich habe in der Nacht mindestens 200 Anrufe bekommen“, berichtete ein Dorffunktionär im Kreis Anren. „Jeder fragte, ob es ein Erdbeben gegeben habe.“ Bei ihm hätten allerdings auch die Fensterscheiben gezittert. „Viele Dorfbewohner haben ihre Betten auf die Straßen geschoben.“

Offensichtlich seien die Menschen nach dem verheerenden Erdbeben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan im Mai mit mehr als 80.000 Toten viel wachsamer geworden, berichtete ein anderer Funktionär. Details über das Manöver einer Luftwaffeneinheit aus Hengyang, das am Mittwoch begonnen hatte, wurden nicht genannt.

dpa