Deutsche Urlauber sollten laut Bundesregierung derzeit nicht nach Tunesien reisen. Das Auswärtige Amt verschärfte seine Sicherheitshinweise für das nordafrikanische Land und riet von Reisen ab, die nicht unbedingt nötig sind.
Reiseveranstalter schätzen, dass sich etwa 10. 000 Bundesbürger in Tunesien aufhalten. Der Reiseveranstalter Tui bot aufgrund der politischen Lage kostenlose Umbuchungen an.
Das Angebot gelte zunächst für alle Anreisen bis einschließlich 24. Januar, teilte ein Sprecher des Unternehmens.
Bislang blieben Urlaubsorte verschont
Bislang ist zwar keiner der Urlaubsorte Tunesiens am Mittelmeer von der Gewalt betroffen. Allerdings kam es in zahlreichen anderen Orten des Landes zu Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften.
Nach Schätzungen leben etwa 3000 Deutsche dauerhaft in dem nordafrikanischen Land. Unter ihnen befinden sich auch viele mit doppelter Staatsbürgerschaft.
Das US-Außenministerium warnte ebenso wie Deutschland vor Reisen nach Tunesien. US-Bürger sollten alle nicht nötigen Reisen in das Land vermeiden.
Gewaltsame Proteste halten an
Die sozialen Proteste gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Tunesien gingen unverändert weiter. Die Menschenrechtsorganisation FIDH identifizierte bislang 66 Todesopfer, von denen viele von Regierungstruppen und der Polizei erschossen worden seien.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte ein Ende des gewaltsamen Vorgehens der Regierung gegen die Demonstranten.
Westerwelle forderte, die Meinungsfreiheit müsse auch in Tunesien gewahrt bleiben. Die Staatsführung müsse alle politischen Gefangenen freilassen. Für Freitag wurde die tunesische Botschafterin in Berlin zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt gebeten.
dpa/jw





