Christian Führer hat ohne Frage viele Verdienste. Als Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche lud er einst – und das bereits im Jahre 1982! – mutig zu Friedengebeten ein.


An jedem Montag fanden diese statt, im Revolutionsjahr 1989 gingen die Montagsdemonstrationen daraus hervor.


Auch hier mischte Führer mit. Entschlossen. Unbeirrt. Selbstgewiss. Selbstbewusst. So trug er zum Untergang der DDR vor fast zwei Jahrzehnten bei.


Schon vor einigen Jahren aber agierte Führer ausgespochen peinlich. Damals keimten die Proteste gegen Hartz IV auf. Plötzlich veranstaltete Führer Friedensgebete gegen Hartz IV.


Schon damals fragte man sich: Hat da jemand seinen Verstand verloren? Wenn Führer heute den Namen "Bundesrepublik Deutschland" kritisiert und verlangt, eine neue Bezeichnung zu finden, so muss man ihn fragen: Was hätten’s denn gern?


Aus gutem Grund hat man sich im Jahre 1990 dagegen entschieden, die Bundesrepublik Deutschland "Deutsches Reich" zu nennen. Gewiss, es gab Vorstöße von DDR-Bürgerrechtlern für einen Neuen Namen. "Republik Deutschland" oder "Bund Deutscher Länder" lauteten derlei Ideen. Eine politische Notwendigkeit geschweige denn ein gesellschaftliches Interesse gab es an solchen Umbenennungen nicht.


Bald jährt sich der Mauerfall zum 20. Mal. Einige Fakten muss man heute leider auffrischen. Erstens: Die Mehrheit der DDR-Bürger war froh über das Ende von Mauer und Stacheldraht.


Zweitens: Diese Mehrheit wollte eine Vereinigung Deutschlands – und diese möglichst schnell.


Drittens: Eine attraktive Alternative zu Demokratie und sozialer Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland war nicht in Sicht. Geschweige denn gefragt.

Heute zählen Rügen und das Erzgebirge, Ostfriesland, der Harz und das Allgäu zu einem Land. Zur Bundesrepublik Deutschland. Der Name dieses Landes wird im Mai 60 Jahre alt. Die Bundesrepublik Deutschland muss nicht frühverrentet werden. Weder heute noch morgen.