Nach Absturz

Polen fordert Trümmer von Präsidentenmaschine

Polens Justizminister Krzysztof Kwiatkowski wirft Moskau vor, das Wrack des Flugzeugs, in dem Lech Kaczynski starb, einfach verrotten zu lassen.

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Mehr als fünf Monate nach dem tragischen Flugzeugabsturz der polnischen Präsidentenmaschine im russischen Smolensk hat Warschau von Moskau die sofortige Rückgabe der Flugzeugtrümmer gefordert. „Nach internationalem Recht ist der polnische Staat Besitzer der Maschine und von allem, was nach der Katastrophe von ihr übriggeblieben ist“, sagte Justizminister Krzysztof Kwiatkowski in Warschau. Deshalb erwarte Polen, dass die Trümmer „in kürzester Zeit“ zurückgegeben werden.

Kwiatkowski warf den russischen Behörden vor, sich nicht um den Schutz des Wracks zu kümmern. Die Trümmer seien jedoch nicht nur für die Ermittlungen wichtig, sondern spielten auch für die Angehörigen der 96 Opfer eine große Rolle. „Wenn die russische Seite derartige Schwierigkeiten hat, das Wrack zu schützen, könnten wir das sehr schnell für sie übernehmen, indem wir die Trümmer nach Polen holen,“ sagte der Minister weiter.

Bei dem Absturz der polnischen Präsidentenmaschine am 10. April waren der damalige Staatschef Lech Kaczynski, seine Frau sowie zahlreiche Vertreter der polnischen Elite ums Leben gekommen. Die russischen und polnischen Ermittlungen zu der Unglücksursache dauern an. Derzeit liegt das Wrack auf dem Flughafen von Smolensk. Die konservative polnische Opposition unter Leitung von Kaczynskis Bruder Jaroslaw wirft den russischen Behörden vor, die Trümmer ungeschützt der Witterung auszusetzen. Medienberichten zufolge gibt es nicht einmal eine Sicherheits-Absperrung um die Reste der Maschine.