Der rheinland-pfälzische FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011, Herbert Mertin, fordert von der Bundesspitze seiner Partei mehr Solidarität für den Wahlkampf. "Die Art und Weise, wie die Büroleiter-Affäre gehandhabt wurde, empfinde ich nicht als solidarisch“, sagte Mertin in Mainz.

Dass Bundesparteichef Guido Westerwelle zehn Tage gebraucht habe, um die Frage des Rücktritts seines Büroleiters wegen der Wikileaks-Affäre zu lösen, „zeigt nicht, dass man verstanden hat, dass anderswo Wahlkampf ansteht“, kritisierte Mertin. „Wir haben aus Rheinland-Pfalz ein Jahr lang Vieles solidarisch mitgetragen, aber Solidarität ist keine Einbahnstraße“, fügte er hinzu.

Der Rheinland-Pfälzer hatte Westerwelle vor gut zwei Wochen aufgefordert, die Weihnachtstage zum Nachdenken zu nutzen. Mertin hatte Westerwelle zudem als „Klotz am Bein“ im anstehenden Wahlkampf bezeichnet. Der Vertrauensverlust gegenüber der FDP werde vornehmlich am Bundesvorsitzenden festgemacht, sagte Mertin weiter.

Als Kritik werde etwa die Art und Weise des Auftretens genannt. Westerwelle müsse nun aber selbst entscheiden, wie er das verloren gegangen Vertrauen wieder zurück gewinnen wolle. „Ich habe hier meine Aufgabe hier in Rheinland-Pfalz zu erfüllen, und er auf Bundesebene“, fügte Mertin hinzu.

Zur Kritik an seinen Aussagen sagte der ehemalige Mainzer Justizminister: „Wenn man ein Jahr lang nicht versteht, dass wir ein Problem haben, dann muss man das auch irgendwann mal aussprechen.“ Die vier Prozent der jüngsten Focus-Umfrage „gehen ja nicht zu meinen Lasten“, fügte Mertin hinzu. Er sei sich aber nun sicher, dass seine Botschaft auch angekommen sei.

dapd/pku