Er sei kein Politiker, der gern „auf dicke Hose“ mache, sagt David McAllister. Er sei ein Teamplayer, einer, der gern mit Menschen spreche und nur zum Machtwort tendiere, wenn aus Diskussionen Labereien würden. Man könnte auch sagen, der Deutsch-Schotte David McAllister ist ein ganz Netter, einer, der eigentlich zu gut ist für die böse Welt der großen Politik.
Am Freitag vor 100 Tagen ist er nach Christian Wulffs zäher Wahl zum Bundespräsidenten dennoch Ministerpräsident von Niedersachsen geworden. Nun muss er zeigen, dass das doch zusammengeht: Bescheidenheit und Macht. In den ersten Monaten, das wurde am Dienstag beim Bilanzziehen deutlich, hat das noch nicht so recht funktioniert.
Zwar kann McAllister im Kleinen erste Erfolge vorweisen. Aber im Großen ist es für den 39-Jährigen bisher eher unglücklich gelaufen. Sowohl beim Nationalen Energiekonzept, wo er gegen die Ansprüche der Konzerne stritt, als auch bei der Abschaffung der Wehrpflicht, die ihm persönlich gegen den Strich geht, konnte er sich nicht durchsetzen. Er stritt nicht einmal für seine Überzeugungen, sondern gab die Auseinandersetzung frühzeitig verloren. Aus Mangel an „dicker Hose“. Aber auch die muss gelegentlich anziehen, wer eines Tages wiedergewählt werden will. Oder gar nach noch Höherem strebt.
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