Nach Informationen aus diplomatischen Kreisen wurde eine Gangway etwa anderthalb Stunden vor dem für 15 Uhr geplanten Abflug nach Berlin so heftig an die „Theodor Heuss“ gefahren, dass der Riss entstand und die Besatzung einmal heftig durchgerüttelt wurde.

Die Abreise der Kanzlerin und ihrer Delegation nach dem zweitägigen Algerien-Besuch verzögerte sich dadurch um etwa eine Stunde. Für die Kanzlerin ergab sich damit nach dem offiziellen Mittagessen mit Präsident Abdelaziz Bouteflika überraschend Zeit für einen Geburtstagskaffee.

Der Regierungs-Airbus muss nach Auskunft der Luftwaffe notdürftig geflickt werden, darf aber aus Sicherheitsgründen nicht mit Passagieren und schon gar nicht mit der Bundeskanzlerin nach Deutschland geflogen werden.

Nach Angaben von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bot Präsident Abdelaziz Bouteflika der Kanzlerin als Ersatz sowohl seine Präsidentenmaschine als auch ein Flugzeug der staatlichen Fluglinie Air Algérie an.

Die Kanzlerin verzichtete darauf, mit dem algerischen Regierungsflugzeug zurückzureisen, und beschloss laut Wilhelm, gemeinsam mit der Delegation in der Air-Algérie-Maschine zu fliegen. Dienstliche Termine standen am Abend nicht mehr auf ihrem Kalender.

Der Algerienbesuch stand unter keinem guten Stern: Schon gestern hingen dunkle Wolken über der Stadt, die sich in der Nacht zum Donnerstag in einem heftigen Gewitter entluden mit nachfolgendem Stromausfall. Auch heute klarte es nicht auf, teilweise regnete es am 54. Geburtstag der Kanzlerin in Strömen.

AP/str