Matthias Platzeck hat sich entschieden: vor die Wahl gestellt zwischen einem Wechsel auf die ungewisse Zukunft mit der Linken und der Fortsetzung des Bewährten mit der CDU hat der brandenburgische Ministerpräsident nun das Risiko gewählt: er wird seiner Basis ein Bündnis mit der Linken empfehlen.

Dafür sprechen aus seiner Sicht mehrere Gründe. Erstens ist Die Linke in Brandenburg mit 27, 2 Prozent die zweitstärkste Partei – verfügt also über deutlich mehr Rückhalt in der Bevölkerung als die CDU mit lediglich 19,8 Prozent. Außerdem ist man sich in vielen Dingen einig: beide Parteien wollen das Schülerbafög, beide wollen nur Firmen in Brandenburg, die Tariflöhne zahlen, beide wollen Mindestlöhne.

Obendrein hat ein rot-rotes Brandenburg die Möglichkeit, im Bundesrat gegen Schwarz-Gelb zu stimmen. Und schließlich legt Platzeck, einer der letzten Hoffnungsträger der SPD („Ich bin froh, dass es mich gibt!“), eine mögliche Zukunftsperspektive seiner Partei vor. Statt in Ehren unterzugehen, soll sie versuchen, ihre Haut zu retten, indem sie das „Fleisch vom Fleische“ sich wieder einverleibt.

Andererseits fragt man sich, warum Platzeck die Hand der CDU ausgeschlagen hat, wenn die große Koalition nach seinem eigenem Bekunden dem Land so gut getan hat: „Die letzten fünf Jahre waren die besten fünf Jahre in der Geschichte Brandenburgs“.

Zugegeben, die brandenburgische CDU hat sich nachhaltiger selbst demontiert, als man das je von einer christlichen Partei für möglich gehalten hätte. Aber sie war auf dem Weg der Besserung, hatte einige exzellente Kandidaten aufzubieten und wäre in Sachen Wachstum – und darum dürfte es für Brandenburg doch vorrangig gehen – deutlich klarer im Kopf als die Linke.

Platzecks Hoffnung lautet, dass er die Linke in der Regierung „entzaubert“. Viel Glück. In Berlin ist das bisher nicht gelungen.


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