Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kann sich langfristig auch eine schwarz-grüne Koalition im Bund vorstellen.

Die Koalition der CDU mit den Grünen in Hamburg zeige, „dass sich diese Konstellation nicht ausschließen lässt“, sagte Guttenberg.


Auf Bundesebene wäre aber aufgrund der Unterschiede zwischen beiden Parteien noch eine sehr weite Wegstrecke zu gehen. Es könne „im Zweifel Jahre dauern“, bis ein erstes schwarz-grünes Bündnis im Bund zustande komme. sagte er der "Süddeutschen Zeitung".


Auch seine Partei müsse sich beweglicher zeigen. Aber vor allem die Grünen müssten sich bewegen, etwa beim Thema Kernkraft.

Guttenberg betonte, er habe sehr viel Sympathie dafür, die Wirtschaftspolitik stärker mit ökologischen Themen zu vernetzen. „Ökologie ist nicht als Badeschlappenthema zu begreifen, sondern als wirtschaftliche Chance.“


Erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie und Biomasse seien Industrien, bei denen Deutschland weltweit führend sei. „Hier wollen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit noch ausbauen“, sagte Guttenberg.




Gleichzeitig warf Guttenberg (CSU) Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) vor, mit „unrealistischen Zielen“ den Ausbildungspakt zu gefährden. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er, die von Scholz geforderten 600.000 Ausbildungsverträge seien schon auf Grund der zurückgehenden Schulabgängerzahlen nicht zu erreichen.


Der Pakt dürfe deswegen auf keinen Fall platzen. „Es wäre unverantwortlich gegenüber den Jugendlichen in unserem Land, dieses wichtige Instrument wegen rein wahltaktischer Züge aufzugeben“, betonte der Minister.

dpa/ddp/dcs