Vor dem offiziellen Wahlkampfauftakt der SPD am Wochenende sinkt Frank-Walter Steinmeier in der Wählergunst auf den schlechtesten Wert seit seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten im September 2008. In der Umfrage des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL verlor Steinmeier zwei Prozentpunkte.


Nur 22 Prozent der Deutschen würden für ihn stimmen, wenn sie den Kanzler direkt wählen dürften. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewann hingegen einen Punkt hinzu und stellt mit 51 Prozent der Wählerstimmen ihren Jahresbestwert aus dem Januar ein.


Von den guten Umfragewerten der Kanzlerin können die Unionsparteien indes nicht profitieren. CDU und CSU sanken um einen Punkt auf 35 Prozent. Die SPD verharrt bei 24 Prozent, die Grünen bei 10 Prozent. Für die Linkspartei würden 11 Prozent der Bürger ihre Stimme abgeben.


Gemeinsam liegen CDU/CSU und FDP mit 51 Prozent vor SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 45 Prozent). Eine Koalition aus SPD, FDP und Grünen käme derzeit auf 50 Prozent.


Das Lager der Unentschlossenen und Nichtwähler (jeweils 15 Prozent) ist mit 30 Prozent derzeit um 8 Punkte größer als bei der vergangenen Bundestagswahl. Dabei treffen Nicht-Wähler ihre Entscheidung oft bewusst, sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. Grund hierfür sei ein Vertrauensverlust in die Parteien und die Politiker. „Das Personalangebot der Parteien vor Ort ist oft eine Zumutung“, so Güllner.


Das größte Potenzial hat nach Angaben des Meinungsforschers die SPD. „Unter den Unentschlossenen sind derzeit mehr Menschen, die 2005 SPD gewählt haben, als Wähler anderer Parteien. Deswegen hat die SPD gewisse Wählerreserven wie schon 2002 und 2005“, sagt Güllner.


An der Forsa-Umfrage nahmen 2000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 6. bis 9. April teil.

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