Bei einem Selbstmordanschlag im Nordirak sind nach Polizeiangaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Der Täter habe den Sprengstoff an seinem Körper bei einem Begräbnis inmitten der Trauergäste in einem Dorf gezündet. Zudem seien zehn Personen verletzt worden. Das Dorf liegt rund 120 Kilometer südlich des Ölzentrums Kirkuk. An der Zeremonie zum Gedenken an zwei am Dienstag getötete Milizionäre nahmen zahlreiche Dorfbewohner teil.
Ein Überlebender des Anschlags berichtete, der Attentäter habe den an seinem Körper befestigten Sprengsatz im Trauerzelt zur Explosion gebracht. „Überall liegen blutüberströmte Leichen und Leichenteile herum“, sagte er.
Von Seiten der Polizei hieß es, vor der Zeremonie für die beiden getöteten Brüder sei anonym dazu aufgefordert worden, die Gedenkveranstaltung abzusagen. In der Nähe des Dorfes befinden sich die Hamrin-Berge, die als Rückzugsgebiet von Kämpfern des Terrornetzwerkes al-Qaida gelten.
Die Region war bereits häufig Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen arabischen und kurdischen Gruppen. Beide Bevölkerungsgruppen erheben Anspruch auf die Vorherrschaft in der Stadt und die umliegenden Öl-Vorkommen.
Am Dienstag waren bei den schwersten Anschlägen im Irak seit Wochen mehr als 60 Menschen getötet worden. In einem Restaurant in Ramadi hatte ein Selbstmordattentäter 13 Menschen mit in den Tod gerissen. Einige der Opfer waren ebenfalls Mitglieder einer örtlichen Anti-Al-Kaida-Gruppe. Ramadi ist die Hauptstadt der mehrheitlich von Sunniten bewohnten Provinz Anbar. Ebenfalls am Dienstag hatte es in Bakuba, rund 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad, 42 Tote durch die Explosion einer Autobombe gegeben. Das US-Militär schrieb die Anschläge in Ramadi und Bakuba al-Qaida zu.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte am Mittwoch vor Abgeordneten des Europaparlaments in Brüssel erklärt, seine Regierung sei „entschlossen, den Terrorismus zu besiegen“. Sie sei zuversichtlicher denn je, „dem endgültigen Sieg über al-Qaida und seine gesetzlosen Verbündeten nahe zu sein“.
ap/afp/Reuters/kas/cn



