Deutschland hat zwei Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba aufgenommen. Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. Die beiden seien vom Bundeskriminalamt an die Bundesländer Hamburg und Rheinland-Pfalz überstellt worden.

Die zuständigen Landesbehörden haben nach Angaben des Ministers zugesagt, alles zu unternehmen, um den beiden Betroffenen hier in Deutschland einen Neuanfang zu ermöglichen. Dazu gehöre vor allem, dass sich die beiden Personen „ohne medialen Druck in das Leben in Deutschland einfinden können“. Dies sollte nach fast neun Jahren Haft in Guantanamo respektiert werden, mahnte de Maizière. Der Minister bat daher um Verständnis, dass keine individuellen Daten zu den beiden, zu ihrer Ankunft und zu ihrem Aufenthaltsort bekannt gegeben werden.

Weitere Insassen aus Guantanamo will Deutschland offenbar nicht aufnehmen. Bereits im August 2006 war der in Bremen geborene Murat Kurnaz aus dem Guantanamo-Lager nach Deutschland überstellt worden. Mit der Aufnahme der drei Ex-Insassen habe Deutschland seinen humanitären Beitrag zur geplanten Schließung des Gefangenenlagers auf Guantanamo geleistet, erklärte der Minister.

dapd/tj