Die Hauptdarsteller haben gewechselt. Er ist geblieben. Seit fast zwei Jahrzehnten sitzt Saeb Erekat bei Nahost-Verhandlungen am Tisch. Der palästinensische Chefunterhändler bei den ersten direkten Verhandlungen mit Israel seit fast zwei Jahren in Washington ist eine Schlüsselfigur der palästinensischen Politik. Der langjährige Vertraute des gestorbenen Palästinenserführers Jassir Arafat ist seit 1991 in jeder Palästinenser-Delegation vertreten gewesen. Einzige Ausnahme: die Aushandlung des ersten Oslo-Abkommens im Jahr 1993. Nach einem schwierigen Start und einem zwischenzeitlichen Rücktritt machte ihn auch der heutige Präsident Mahmud Abbas zum Chefunterhändler.
In Verhandlungen gilt Erekat als gewiefter Taktiker, der klare Worte findet und auch mal auf den Tisch hauen kann. Seit 1996 ist der ehemalige Journalist der in Ost-Jerusalem erscheinenden Zeitung „al-Kuds“ Abgeordneter. Im vergangenen Jahr wurde er auch ins Zentralkomitee von Abbas’ Fatah-Bewegung gewählt. Vor seiner Rolle als Nahost-Unterhändler hat sich Erekat wissenschaftlich mit dem Friedensprozess beschäftigt. Er machte seinen Doktor in Konfliktforschung an einer britischen Universität und lehrte bis 1991 an der Universität An Nadschah in Nablus im Westjordanland.
AFP



