Der Abschwung am Arbeitsmarkt erreicht die Rentner. Die Sozialverbände beklagen, dass in der Wirtschaftskrise immer mehr Ruheständler ihren Nebenjob verlieren.


Tatsächlich hatten gerade die Senioren in den vergangenen Jahren vom Boom der Minijobs profitiert. Jetzt gehören sie mit zu den Ersten, die entlassen werden. Für den Einzelnen ist dies zweifellos schmerzlich. Ein gesellschaftlicher Skandal aber ist es nicht.


Dass Unternehmen im Konjunktureinbruch Sparmaßnahmen ergreifen, ist normal. Auch dass zuerst die prekären Jobs – Zeitarbeit, befristete Stellen und eben auch Minijobs – der Rotstiftpolitik zum Opfer fallen, war zu erwarten. Schließlich gelten diese Art der Beschäftigungsverhältnisse als Konjunkturpuffer.


Betriebe schaffen solche Jobs im Aufschwung, weil sie sich scheuen, ihre Stammmannschaft so stark auszuweiten, dass sie in der Rezession auf zu hohen Arbeitskosten sitzen bleiben. Die meisten Rentner arbeiten nicht deshalb, weil sie mehr Geld zum Leben brauchen, sondern weil sie sich fit fühlen und noch am Arbeitsleben teilnehmen wollen.


Für die entlassenen Senioren mag es immerhin ein kleiner Trost sein, dass die Rente in diesem Jahr deutlich stärker steigt als die Löhne.