Im Prozess gegen den wegen Volksverhetzung angeklagten NPD-Chef Udo Voigt haben die Anwälte eine Zeugenaussage des früheren Fußball-Bundestrainers Jürgen Klinsmann beantragt. Klinsmann könne Aussagen zum Aussehen des Ex-Nationalspielers Patrick Owomoyela machen, hieß es bei der Fortsetzung des Prozesses in Berlin zur Begründung. Voigt und zwei weiteren NDP-Funktionären wird vorgeworfen, Owomoyela 2006 mittels der Darstellung in einem „WM-Planer“ diskriminiert haben.
Entgegen der ursprünglichen Planung zieht sich der Prozess noch in die Länge. Weitere Verhandlungstermine setzte das Kammergericht für den 16. und den 24. April an.
In dem Prozess geht es um einen 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft von der NPD veröffentlichtes Flugblatt mit dem Schriftzug „Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONALmannschaft!“. Dort soll ein Trikot mit der Nummer 25 abgebildet sein, die Owomoyela damals im deutschen Team fest zugeordnet war.
Die Strafverfolgungsbehörden hatten vor drei Jahren zehntausende NPD-Flugblätter beschlagnahmt, in denen der dunkelhäutige damalige Bremer Nationalspieler Patrick Owomoyela aus Sicht der Staatsanwaltschaft rassistisch diskriminiert wurde. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Owomoyela hatten seinerzeit Strafanzeige erstattet und gerichtliche Verfügungen gegen die Verbreitung der WM-Planer erwirkt.
Owomoyela wurde in Hamburg geboren. Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus Nigeria.
Neben Voigt sind NPD-Rechtsabteilungsleiter Frank Schwerdt und Pressesprecher Klaus Beier angeklagt. Die drei Angeklagten haben bislang keine Angaben zur Sache gemacht und ihre Anwälte für sich sprechen lassen.
Klinsmann war 2006 Bundestrainer der deutschen Nationalelf. Er ist derzeit Trainer des FC Bayern München.
AP/dpa/dcs


