Wahlkampf

Guido Westerwelle redet seine Gegner an die Wand

Foto: ddp / ddp/DDP

Hohe Auszeichnung für den FDP-Chef: Nach Expertenmeinung ist Guido Westerwelle Deutschlands bester politischer Redner. Seine Sprache sei klar und einprägsam. Ebenfalls gute Kritiken bekam Kanzlerin Angela Merkel. Ihr Konkurrent Frank-Walter Steinmeier hingegen langweile mit seiner Technokratensprache.

FDP-Parteichef Guido Westerwelle ist nach Meinung von Experten der beste politische Redner. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung der Wahlkampfauftritte in den letzten vier Monaten, die der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in Berlin vorstellte. Während Westerwelle laut VRdS-Vorstandsmitglied Vazrik Bazil „klar und einprägsam“ sprach und „originelle Bilder“ nutzte, fiel Gregor Gysi (Die Linke) mit den humorvollsten Reden auf.

Ebenfalls gut schnitten Kanzlerin Angela Merkel und Linke-Parteichef Oskar Lafontaine ab. Merkel habe sich einen neuen Wahlkampfstil angeeignet, „der von Erzählungen, privaten Geschichten und Zahlen in gut dosierten Mengen geprägt ist“, erklärte Bazil. Als Amtsinhaberin wirke sie nun „einnehmend und nicht konfrontativ“ wie noch vor vier Jahren. Lafontaines Stärken kämen wiederum im Straßenwahlkampf besser zum Tragen als noch auf dem Wahlparteitag. Bei seinen Reden lauere aber stets die „Gefahr von Demagogie“.

Das Urteil zum SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier fiel dagegen durchwachsen aus. Zwar sei er auf seine Reden stets gut vorbereitet, jedoch verliere er sich zu oft in „akademischer und ausgesprochen langweiliger Technokratensprache“, sagte VRdS-Präsidentin Minita von Gagern. Projektleiter Bazil ergänzte: „Wenn er sich kämpferisch gibt, kauft man ihm das nicht ab.“

( AP/sk )

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