Walpurgisnacht extrem

17 Polizisten bei Hamburger Krawallen verletzt

Im Hamburger Schanzenviertel sind in der Nacht zum 1. Mai bei Ausschreitungen mindestens 17 Polizisten und ein Passant verletzt worden. In Berlin sollen 7000 Beamte Krawalle verhindern. Allerdings kam es auch dort bereits zu ersten Scharmützeln zwischen Polizei und linken Demonstranten.

Foto: © Michael Arning

Wie ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen mitteilte, hatten rund 150 linke Demonstranten rund um das alternative Kulturzentrum „Rote Flora“ Möbel, Holzlatten und Müll auf die Straße gestellt und angezündet. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen angegriffen, eine Bankfiliale beschädigt. Ein Passant bekam einen Stein an den Kopf und wurde so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus musste. Darüber hinaus wurden 17 Polizisten und drei Diensthunde verletzt. Sieben Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Im Schanzenviertel war es in den vergangenen Jahren bereits zu Krawallen rund um den 1. Mai gekommen.

Vor einem geplanten Neonazi-Aufmarsch in Berlin kam es heute Vormittag zu ersten Konfrontationen zwischen der Polizei und Gegendemonstranten. Polizeibeamte trugen an einem S- Bahnhof im Stadtbezirk Pankow etwa 500 linke Demonstranten hinter eine Absperrung. Nach Augenzeugenberichten wurde auch Pfefferspray eingesetzt. In Nebenstraßen standen Wasserwerfer bereit.

Nach Polizeiangaben hatten sich am Vormittag 36 Neonazis an dem S-Bahnhof versammelt. Mehrere hundert Gegendemonstranten versuchten vergeblich immer wieder, die Absperrung zu durchbrechen. Im gesamten Berliner Stadtgebiet sind 7000 Polizisten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Es werden bis zu 3000 Rechtsextremisten sowie bis zu 10.000 linke Gegendemonstranten erwartet. Die Polizei will beide Gruppen räumlich auseinanderhalten.

Ein breites Bündnis will gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten mit Sitzblockaden protestieren. Dem Protest-Bündnis angeschlossen haben sich unter anderem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Linke-Chef Oskar Lafontaine und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief zu Gewaltfreiheit auf.

In der Nacht zum Samstag war es in Berlin anders als in Vorjahren weitgehend friedlich geblieben. Rund 4000 Menschen feierten laut Polizei zumeist friedlich. Mehrere betrunkene Störer wurden festgenommen und weggeschleppt. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Am Boxhagener Platz in Friedrichshain flogen vereinzelt Flaschen und Bierbecher gegen Polizisten, Beamte wurden auch angepöbelt. Die Polizei hatte mit ihrer massiven Präsenz die Lage aber unter Kontrolle. Nach Mitternacht wurden mehrere Straßen geräumt. Es gab keine massiven Ausbrüche von Gewalt. Zuvor waren am Rande einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Berlin-Schöneweide zwei Neonazis festgenommen worden. Es sei insgesamt friedlicher als im Vorjahr gewesen, zeigte sich die Polizei am frühen Morgen zufrieden.

Am Mai-Feiertag kommen auf die Polizei in Berlin mehrere Großeinsätze zu. Nach Angaben von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) werden am Samstagvormittag bis zu 3000 Rechtsextremisten sowie bis zu 10.000 linke Gegendemonstranten erwartet. Die Polizei befürchtet Gewalt und will beide Züge strikt trennen. 6000 Beamte sollen eingesetzt werden. Dabei werden die Berliner Kräfte von Polizisten aus anderen Bundesländern unterstützt. Ein breites Bündnis will gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten mit Sitzblockaden protestieren.

Dem Protest-Bündnis haben sich Politiker von SPD, Grünen und der Linken angeschlossen, darunter Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Linke-Vorsitzender Oskar Lafontaine und Grünen- Vorsitzende Claudia Roth. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief zu Gewaltfreiheit auf. „Das Recht auf Demonstration ist kein Recht zu Gewalt und Regelverletzung.“

Im vergangenen Jahr waren am Vorabend des 1. Mai in Berlin knapp 60 Randalierer festgenommen worden. 2009 war es bei der abendlichen Mai-Demonstration in Kreuzberg zu massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Fast 500 Polizisten waren verletzt worden. Zahlreiche Störer wurden festgenommen. Mehr als 150 Anklagen wurden gegen Randalierer erhoben, erstmals auch wegen versuchten Mordes

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