E-Personalausweis

Chip und Lesegerät - Das ist geplant

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Der neue Personalausweis soll es dem Bürger ermöglichen, sich auch über das Internet ausweisen zu können. Ein Chip und ein Lesegerät sind die wichtigsten Teile.

Die Chips für den neuen Personalausweis werden in Hamburg bei NXP Semiconductors produziert, einem ehemals zu Philips gehörenden Halbleiterhersteller. Auf dem Chip werden die sichtbaren Daten des Personalausweises gespeichert. Außerdem ermöglicht er die Übertragung bestimmter Daten bei Online-Geschäften, etwa für die sichere Identifizierung oder für einen Altersnachweis. Bei Bedarf kann auf dem Chip auch ein Schlüssel für die elektronische Signatur erstellt werden, also für eine rechtskräftige Unterschrift im Internet. „Das ist das sicherste Dokument, das Sie auf dem Planeten finden können“, sagte der NXP-Geschäftsführer in Deutschland, Rüdiger Stroh Mitte August. Hergestellt werden die Ausweise im Scheckkartenformat von der Bundesdruckerei in Berlin. Die Chip-Lösung von NXP kommt in Deutschland auch schon für den Reisepass zum Einsatz.

NXP hat nach eigenen Angaben bisher rund 500 Millionen SmartMX- Chips verkauft, davon 200 Millionen für das sogenannte E-Government, also für behördliche Zwecke. Jetzt kommen innerhalb von zehn Jahren Chips für 60 Millionen Personalausweise hinzu. „In 88 Ländern der Welt gibt es elektronische Pässe“, sagte Stroh, „in 75 Ländern wird unsere Lösung eingesetzt.“ Die Chips werden ansonsten auch für Bankkarten und PayTV verwendet.

Die Übertragung der Daten erfolgt kontaktlos mit Hilfe einer Technik, die als „Near Field Communication“ bezeichnet wird. „Das ist wirklich ganz gut gesichert“, erklärte die auf Datenschutzfragen spezialisierte Autorin Christiane Schulzki- Haddouti. Bei der Verwendung des Personalausweises für Online- Geschäfte sei aber zu befürchten, dass Unternehmen im Anschluss an die Verwendung des Personalausweises zusätzliche Daten abfragen könnten, die für eine Abwicklung des Geschäfts nicht erforderlich seien. Dies müsse sorgfältig kontrolliert werden, sagte Schulzki-Haddouti.

Um den neuen Personalausweis aber wirklich einsetzen zu können, ist ein Lesegerät notwendig, das in einer Basis- und einer Fortgeschrittenen-Variante erhältlich sein wird. Das Basisgerät ist nun in die Kritik geraten, weil ein Test von Chaos Computerclub und „Plusminus“-Redaktion ergeben haben soll, das Betrüger Daten abfangen könnten.

Für die Online-Ausweisfunktion reicht künftig ein so genanntes Basis-Lesegerät aus. Für die Unterschriftsfunktion ist ein so genanntes Komfortlesegerät mit Display und einem separaten Tastaturfeld zur Eingabe der Signatur-PIN nötig, teilt das Bundesministerium des Innern mit. Die Geräte sollen im Handel erhältlich sein. Zum Start spendiert der Bund aber rund anderthalb Millionen Sicherheitskits. Die IT-Sicherheitskits enthalten einen Chipkartenleser, Informationen zur Nutzung von Chipkarten wie dem neuen Personalausweis und der elektronischen Gesundheitskarte sowie weitere von den Zuwendungsempfängern individuell zusammengestellte Bestandteile (etwa Zugang zu webbasierten Anwendungen oder Antivirensoftware), wie der Beauftragte der Bundesergierung für Informationssicherheit mitteilt.

Aus dem Konjunkturpaket II fließen 24 Millionen Euro in Lesegeräte. In einem offen Zuwendungsverfahren wurden zehn "Verteiler" für die Geräte ausgewählt: Die CHIP Communications GmbH, die das Computermagazin "Chip" herausgibt", die Cosmos Lebensversicherungs-AG, der Deutsche Genossenschafts-Verlag eG, die impuls systems GmbH, die KKH-Allianz, die ulticard GmbH, die REINER Kartengeräte GmbH & Co. KG, die SCM Microsystems GmbH, die Star Finanz-Software Entwicklung und Vertriebs GmbH und die T-Systems International GmbH. Abhängig vom Konzept des Zuwendungsempfängers, dem Typ des enthaltenen Chipkartenlesers und den weiteren Bestandteilen werden die geförderten IT-Sicherheitskits verbilligt oder unentgeltlich ausgegeben, so der Beauftragte der Bundesergierung für Informationssicherheit. Die Ausgabe ist für November 2010 bis Dezember 2011 vorgesehen.

( dpa/sh )

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