It’s Teamtime für John McCain. Der gescheiterte republikanische Präsidentschaftskandidat wagt eine überraschende Neuauflage seines Paarlaufs mit seiner damaligen „running mate“ Sarah Palin. Die Ex-Gouverneurin von Alaska trat vor einer begeisterten Menge bei einer Wahlkampfveranstaltung des Senators aus Arizona auf. „Sarah, Sarah, wir lieben Sarah“, skandierte die Menge in Tucson und drängte McCain beim ersten gemeinsamen Auftritt seit 2008 in die Nebenrolle.
Das dürfte der Senator, der zwischenzeitlich seinen Kontakt zur umtriebigen Dame deutlich reduziert hatte, vorher gewusst haben. Aber McCain, der Palin als Vizepräsidentschaftskandidatin überhaupt erst auf die nationale Bühne gebracht hat, kämpft den Kampf seines Lebens: der 73-Jährige will im November zum fünften Mal in den Senat gewählt werden, sieht sich aber vom konservativen Parteifreund J. D. Hayworth herausgefordert. Der Radiomoderator findet Zuspruch bei der Basis, der McCain zu alt und zu liberal erscheint und ihn mitunter als „Rino“ bezeichnet – als „Republican only in name“ (Republikaner nur dem Namen nach).
Palin hingegen ist der Star des derzeit Ton-angebenden konservativen Flügels der Republikaner und der „Tea-Party“-Bewegung, die Obamas Politik massiv bekämpft. Die Politikerin, die in Interviews oft durch mangelnde Sachkunde auffällt, aber ausgesprochen schlagfertig ist, hält sich eine Präsidentschaftskandidatur 2012 offen.
„John McCain führt die Partei der Ideen an“, lobte sie ihren einstigen Förderer und fragte ohne Erwähnung von Hayworth: „Wollt ihr einen Außenseiter nach Washington schicken?“ Ob der Jubel der Zuhörer McCain helfen wird, bleibt indes ungewiss.





