Der Vorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation, Lasse Becker, hat die erneute Forderung seines Parteichefs Guido Westerwelle nach Steuersenkungen kritisiert. „Wir sollten nicht zum 20. Mal dieselbe Sau durchs Dorf treiben“, sagte der Chef der Jungen Liberalen (Julis) der „Neuen Wetzlarer Zeitung“. „Die Menschen erwarten, das wir jetzt auch liefern.“

Der Weg der Ankündigung von Erleichterungen, die dann nicht kämen, sei als falsch erkannt worden und solle nicht erneut beschritten werden, sagte Becker. Stattdessen plädierte er für eine solide Haushaltspolitik und eine Vereinfachung des Steuersystems.

Westerwelle hatte am Wochenende angesichts des unerwarteten Konjunkturbooms im zweiten Quartal erneut Steuerentlastungen ins Spiel gebracht. Die Regierung sollte die „Aufschwungsdividende“ weitergeben. Einen Zeitpunkt ließ der Vizekanzler aber offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilte raschen Steuersenkungen am Montag eine Absage. Die Haushaltssanierung habe Vorrang.

dpa/ks