Die US-Armee hat den Abzug ihrer letzten Kampftruppen aus dem Irak offiziell bestätigt. Am Morgen habe die letzte Kampfeinheit den Irak über die Grenze nach Kuwait verlassen, sagte ein Sprecher der US-Armee. Eine US-geführte internationale Koalition war vor siebeneinhalb Jahren in den Irak einmarschiert, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen.
US-Außenamtssprecher Philip Crowley sprach von einem „historischen Moment“ und beteuerte zugleich das anhaltende Engagement der USA für eine stabile Regierung im Irak. Unter anderem begleitete ein Reporter des US-Senders MSNBC die Soldaten der 4. Stryker-Brigade des 2. Infantriedivision bei ihrem Abzug, der im Laufe der Nacht abgeschlossen sein sollte.
Auch die Zeitungen „Washington Post“ und „Los Angeles Times“, sowie der Nachrichtensender CNN berichteten unter Berufung auf eigene Korrespondenten vom Truppenabzug. Abweichend von den übrigen Medien berichtete die „Los Angeles Times“, es könnte bis zu drei Tage dauern, bis die 360 Militärfahrzeuge und die 1800 Soldaten das Land von der Hauptstadt Bagdad aus über den Landweg verlassen hätten.
Eine Billion Dollar Kosten
Mit dem Abzug der Kampftruppen beendeten die USA nicht ihr langfristiges Engagement im Irak, sagte Crowley live auf MSNBC. „Wir haben noch wichtige Arbeit zu leisten und befinden uns in einer Phase des Übergangs“, sagte der Außenamtssprecher. Er erinnerte an den großen Einsatz, den die USA bereits geleistet hätten. Insgesamt eine Billion Dollar (775 Milliarden Euro) kostete der Einsatz, 4400 Soldaten starben seit dem Einmarsch einer US-geführten internationalen Koalition gegen den damaligen Machthaber Saddam Hussein im März 2003.
In einem Schreiben auf der Website des Weißen Hauses erklärte Präsident Barack Obama, er sei erfreut, berichten zu können, dass der Kampfeinsatz im Irak im laufenden Monat ende. Auf den Abzug der 4. Stryker-Brigade am gleichen Tag ging er dabei nicht ausdrücklich ein. Trotz Warnungen hochrangiger irakischer Politiker und Armeevertreter angesichts der jüngsten Zunahme von Gewalt im Land hatte Obama auf einem pünktlichen Abzug der US-Kampftruppen beharrt. Er hatten dies kurz nach seiner Amtsübernahme im Januar 2009 angekündigt.
Nach dem Abzug der Kampftruppen bleiben laut CNN-Informationen zunächst etwa 56.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Das Pentagon hatte zuletzt erklärt, die Truppenstärke bis Ende August auf 50.000 Mann zu verringern. Die verbleibenden Einheiten sollen unter anderem zur Ausbildung der irakischen Armee eingesetzt werden. Bis Ende 2011 sollen dann alle US-Soldaten das Land verlassen haben. Die irakische Armee besteht momentan aus knapp 200.000 Soldaten.
dpa/tma





