Migrationsforscher schlagen Alarm und warnen vor den gravierenden Folgen einer Abwanderung von Fachkräften. Nach einer Studie des Sachverständigenrats für Integration und Migration verlassen jährlich zehntausende Fachkräfte im besten Erwerbsalter Deutschland – und nur wenige kehren zurück.
„Die Firma Deutschland hat Personalprobleme“, sagte Prof. Klaus J. Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrats und prophezeit: „Wenn es jetzt in der Wirtschaftskrise nicht gelingt, die negative Wanderungsbilanz zu verbessern, wird der ohnehin harte Weg aus der Krise weiter erschwert.“
Das Grundproblem: Diejenigen, die Deutschland verlassen, sind wesentlich besser qualifiziert als die durchschnittliche Erwerbsbevölkerung. Die Qualifikation der ausländischen Zuwanderer liegt jedoch deutlich unter diesem Niveau. Die qualifizierten Ausländer, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt eigentlich dringend gebraucht werden, gehen lieber nach Skandinavien, in die USA oder Kanada. So trägt Migration in Deutschland letztendlich zur Dequalifizierung der Erwerbstätigen bei.
„Die Politik hat die Entwicklung lange verschlafen“, sagt Migrationsforscher Bade. Seit 2003 sind laut Studie fast 180.000 Fachkräfte – nach Abzug der Rückkehrer – in andere Industriestaaten ausgewandert. Seit mehr als 15 Jahren übersteigt die Zahl der Fortzüge diejenige deutscher Rückwanderer.
.



