Aus Wut über einen Auftritt des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari hat ein Mann in Birmingham seine Schuhe auf den Staatschef geworfen. Zardari sei aber nicht getroffen worden, berichteten britische Medien. Der Schuhwerfer wurde von der Polizei abgeführt.
Das Bewerfen mit Schuhen gilt in der islamischen Welt als Ausdruck höchster Geringschätzung. Prominente Wurfziele waren Ende 2008 US- Präsident George W. Bush, der chinesische Premier Wen 2009 und im Februar 2010 der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan gewesen.
Zardari war am Samstag in Birmingham auf einer Veranstaltung der pakistanischen Volkspartei aufgetreten. Er wollte die politische Karriere seines 21 Jahren alten Sohnes Bilawal Bhutto Zardari vorbereiten. Wegen der Flutkatastrophe im eigenen Land mit Millionen Betroffenen wird Zardaris Europareise aber heftig kritisiert. Er hätte besser zu Hause mithelfen sollen, die Not seiner Landsleute zu bekämpfen, argumentierten Kritiker.
Bei der Veranstaltung in Birmingham gab es auch verbale Proteste und Transparente mit Kritik am pakistanischen Präsidenten. Zardari verteidigte seine Reise damit, dass er in Europa erfolgreich um Finanzhilfen für die Flutopfer geworben habe. Sein Sohn hatte die Veranstaltung kurzfristig abgesagt und war in London geblieben, um weitere Spenden zu sammeln. In Großbritannien leben rund eine Million Menschen mit pakistanischen Wurzeln.





